Regeln zu Hassrede Facebook löscht Zitate der US-Unabhängigkeitserklärung

Anlässlich des Unabhängigkeitstags veröffentlichte eine US-Zeitung auf Facebook häppchenweise die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Das klappte anfangs gut - doch dann gab es ein Problem.
Zuckerberg vor Facebook-Logo (Archivbild)

Zuckerberg vor Facebook-Logo (Archivbild)

Foto: Marcio Jose Sanchez/ dpa

Facebook hat von einer US-Zeitung veröffentlichte Zitate aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung offline genommen - eventuell, weil sie rassistische Äußerungen gegen Ureinwohner enthielten. In dem Post der Zeitung war, aufgrund des Originaltexts der Erklärung, unter anderem die Rede von "gnadenlosen Indianer-Wilden, deren bekannte Art der Kriegsführung es ist, jeden ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Stand zu vernichten".

Die Zeitung "The Vindicator"  aus Liberty in Texas hatte im Vorlauf zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli die Erklärung häppchenweise bei Facebook veröffentlicht. Der zehnte von zwölf Teilen war für die Nutzer allerdings nicht abrufbar - und von Facebook bekam die Zeitung die Mitteilung, dass sie mit einem Post gegen die Regeln zu Hassrede verstieß.

"Um ehrlich zu sein, enthält diese Passage so einiges, was als Hassrede eingestuft werden kann", räumte das Blatt ein und scherzte, vielleicht hätte Thomas Jefferson lieber von "Native Americans in einer herausfordernden Phase ihrer kulturellen Entwicklung" schreiben sollen. Einen Tag später entschuldigte sich Facebook für einen "Fehler", bat "The Vindicator" um Entschuldigung und gab den Post frei.

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Facebook steht seit Jahren unter Druck, mehr gegen Hassrede und Beleidigungen zu unternehmen. Das Unternehmen setzt dafür verstärkt automatisierte Software ein und betont, dass immer mehr Posts herausgefiltert werden, noch bevor Nutzer sie zu sehen bekommen.

In der Vergangenheit hatte sich Facebook wiederholt entschuldigen müssen, weil Kunstwerke und historische Fotos wegen der Darstellung von Nacktheit zeitweise entfernt worden waren.

mbö/dpa