Neue Dating-Funktion Facebook macht Tinder Konkurrenz

Facebook will das Flirt-Business aufmischen und eine eigene Dating-Funktion anbieten. Anders als bei Tinder soll es aber nicht um One-Night-Stands gehen - und der Datenschutz hat angeblich oberste Priorität.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Foto: STEPHEN LAM/ REUTERS

Auf Facebook soll es bald eine Dating-Funktion geben. Die Zusatzmöglichkeit richte sich an Benutzer, die "bedeutsame, langfristige Beziehungen suchen", sagte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz F8 in San Jose.

Bei der Dating-Funktion werde der Algorithmus keine Facebook-Freunde von Nutzern als mögliche Date-Partner vorschlagen, so Zuckerberg. Andere Apps, wie Tinder, würden Facebook-Daten auf diese Weise nutzen. Die Aktie der Match Group, zu der auch Tinder gehört, sackte nach der Ankündigung sofort ab.

Bei Facebooks Partnersuche handele es sich um eine sogenannte "opt-in"-Funktion - das heißt, dass ein Nutzer sich aktiv dazu entscheiden muss, die Dating-Option auszuwählen. Zuckerberg betonte, die Sicherheitsstandards und der Datenschutz würden von vornherein zu den Grundprinzipien des Facebook-Dating zählen.

Zuckerberg selbstironisch zu Kongress-Befragung

Derzeit steht Facebook in der Kritik: Dem Unternehmen wird unter anderem vorgeworfen, Nutzerdaten nicht gut genug geschützt zu haben. Der sogenannte Cambridge-Analytica-Skandal war auch eines der Hauptthemen von Zuckerbergs Rede: Er wiederholte, dass dies "ein massiver Vertrauensbruch" gewesen sei. "Wir müssen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholen kann."

Auf der Bühne griff Zuckerberg immer wieder und auch beim Thema Datenschutz zur Selbstironie. Eine Funktion zum gemeinsamen Ansehen von Videos demonstrierte er anhand seiner zehnstündigen Fragerunde vor US-Abgeordneten und Senatoren. "Nehmen wir mal an, einer Ihrer Freunde muss im US-Kongress aussagen", sagte Zuckerberg. "Man kann seine Freunde versammeln und gemeinsam lachen, gemeinsam weinen", setzte er zu Gelächter im Saal fort. "Lasst uns das nicht so bald wiederholen", schloss er nach einer Pause ab.

Kabellose VR-Brille Oculus Go

Während derselben Präsentation kündigte Zuckerberg an, Facebook werde ein neues, kostengünstigeres VR-Brillenmodell auf den Markt bringen. Die Oculus Go soll im Gegensatz zu herkömmlichen VR-Brillen ohne Anschluss an einen leistungsstarken Computer auskommen. Auch andere Hersteller - wie etwa Lenovo - hatten jedoch zuvor bereits kabellose Brillen auf den Markt gebracht.

Das neue Gerät hat weniger Einsatzmöglichkeiten als das Top-Modell Oculus Rift, der Preis ist mit 219 Euro aber auch nur etwa halb so hoch. Dabei hat die Brille ein eigenes eingebautes Display: Wer VR günstig nutzen wollte, musste bisher auf Brillen-Gehäuse zu Preisen bei 100 Euro ausweichen, in die ein Smartphone eingesteckt werden muss.

Als weitere Neuerung bekommt die Foto-App Instagram eine Videochat-Funktion und der Kurzmitteilungsdienst Facebook Messenger einen eingebauten Übersetzer.

ans/AP/dpa