Aussage von Whistleblowerin Facebook-Chef Zuckerberg weist Vorwürfe als »zutiefst unlogisch« zurück

Facebook stelle Gewinne über das Wohl der Menschen: Das war die Kernaussage einer Whistleblowerin vor dem US-Kongress. Konzernchef Mark Zuckerberg will das nicht gelten lassen – mit Verweis auf Werbekunden.
Mark Zuckerberg (2019)

Mark Zuckerberg (2019)

Foto: Mark Lennihan / AP

Es war ein mit Spannung erwarteter Termin vor dem US-Kongress: Und an Ende wurde es eine rund dreistündige Abrechnung der Whistleblowerin Frances Haugen mit den Geschäftspraktiken von Facebook.

Nun hat sich Unternehmenschef Mark Zuckerberg geäußert und die Vorwürfe der ehemaligen Mitarbeiterin zurückgewiesen. Im Zentrum stand Haugens Aussage, das weltgrößte soziale Netzwerk fache aus Gewinnsucht die Wut seiner Nutzer an. »Das Argument, dass wir absichtlich Inhalte fördern, um Menschen für Geld wütend zu machen, ist zutiefst unlogisch«, schrieb Zuckerberg am Dienstag auf seiner Internet-Plattform.

»Wir verdienen Geld mit Anzeigen und die Werbekunden sagen uns immer wieder, dass sie ihre Anzeigen nicht neben schädlichen oder Wut erregenden Inhalten sehen wollen.« Er kenne keinen Techkonzern, der Produkte herstelle, die Menschen wütend oder depressiv machten.

Produkte schaden laut Haugen Kindern

Zuvor hatte die frühere Facebook-Managerin Haugen vor dem Kongress erklärt, Facebook polarisiere bewusst und schade der geistigen Gesundheit von Kindern. Abgeordneter beider Parteien kritisierten in der Anhörung den US-Konzern.

»Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen«, hatte die 37-Jährige vor dem Ausschuss erklärt. »Der Kongress muss handeln.« Die Facebook-Verantwortlichen würden diese Krise nicht ohne Hilfe der Politik lösen.

Die ehemalige Produktmanagerin weiter: »Die Unternehmensführung weiß, wie Facebook und Instagram sicherer gemacht werden können. Sie nimmt aber nicht die notwendigen Änderungen vor, weil sie ihre astronomischen Profite über die Menschen gestellt hat.«

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Immer neue Probleme plagen den Konzern

Haugen zog dabei Parallelen zur Zigarettenindustrie: »Als wir herausgefunden haben, dass die Tabakindustrie den Schaden verschleierte, den sie verursachte, hat die Regierung gehandelt.«

Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Der Konzern ist durch die Enthüllungen aber massiv unter Druck geraten. Schon seit Jahren gibt es Forderungen nach einer strengeren Regulierung von Onlineplattformen.

Der Facebook-Konzern kämpfte zuletzt mit einer Reihe von Problemen: Die Dienste Facebook, Instagram und WhatsApp waren am Montag von einer mehrstündigen Panne betroffen – Milliarden Konten waren nicht aufrufbar . Facebook machte eine fehlerhafte Neukonfiguration von Routern für den Totalausfall der Plattformen verantwortlich und entschuldigte sich bei den Nutzern.

jok/Reuters
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