Neue Zahlen Facebook zählt 14 Millionen unerwünschte Nutzer

Im ersten Quartalsbericht seit Börsengang präsentiert Facebook neue Nutzerzahlen. Das Netzwerk kratzt an der ersten Milliarde Nutzer - 83 Millionen Profile sollen allerdings gefälscht, irrtümlich angelegt oder schlicht "unerwünscht" sein.
Facebook-Logo: Eine Milliarde Nutzer in Sicht

Facebook-Logo: Eine Milliarde Nutzer in Sicht

Foto: SHANNON STAPLETON/ REUTERS

Hamburg - In seinem ersten Quartalsbericht nach dem Börsengang hat Facebook angegeben, zum 30. Juni 2012 über 955 Millionen aktive Nutzer zu verfügen, 543 Millionen davon besuchen das soziale Netzwerk mindestens einmal im Monat auf mobilem Wege . Im ebenfalls fälligen Bericht an die US-Börsenaufsicht erklärten die Verantwortlichen, besonderes Augenmerk auf die Identifizierung von Fake-Accounts zu legen.

Unterm Strich betrage deren Anteil an der gesamten Nutzeranzahl 8,7 Prozent oder 83 Millionen Profile . Diese Zahl würde eine erhebliche Zunahme im Vergleich zu den noch im März veröffentlichten Werten bedeuten. Damals hatte Facebook erklärt, die Rate von gefälschten Accounts oder Dubletten liege zwischen fünf und sechs Prozent, was zu dieser Zeit eine Zahl von 42 bis 50 Millionen Profilen ergab .

Der Sprung auf das aktuelle Niveau muss jedoch nicht unbedingt heißen, in den letzten fünf Monaten wären bis zu 40 Millionen neue Fake-Accounts dazugekommen. Die Verantwortlichen haben nur genauer hingeschaut und spezifizieren die Art "unerwünschte" Profile nun detailliert:

  • Bei 4,8 Prozent der betroffenen Einträge handele es sich schlicht um Duplikate bereits bestehender Profile, heißt es im Bericht.
  • Dazu kämen 2,4 Prozent von sogenannten falsch klassifizierten Accounts. Als solche gelten zum Beispiel persönliche Profile, die fälschlich für ein Unternehmen, eine Organisation oder ein Haustier eingerichtet wurden.
  • Bei weiteren 1,5 Prozent - das sind rund 14 Millionen - handele es sich um "unerwünschte" Accounts, deren Inhaber gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook verstießen, indem sie zum Beispiel Spam versenden würden.

Gegen die Netzwerk-Regeln verstößt auch, wer ein Pseudonym verwendet und dem Werbenetzwerk nicht seinen richtigen Namen nennen will. Das Netzwerk experimentierte jüngst mit einer Petz-Funktion, bei der Nutzer ihre falsch benannten Freunde anschwärzen sollten. Die "unerwünschten" Accounts gehören zwar streng genommen nicht in die Kategorie Fake, aber mit Rücksicht aufs Qualitätsmanagement und die Werbekundschaft werden auch diese hinzugezählt.

Der Quartalsbericht weist darauf hin, dass der Prozentsatz gefälschter oder doppelter Accounts in der Welt nicht gleichmäßig verteilt ist. Interne Auswertungen würden den Schluss nahelegen, die entsprechende Rate liege in entwickelten Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Australien niedriger, wohingegen sie in aufstrebenden Märkten wie Indonesien oder der Türkei überdurchschnittlich hoch sei.

meu
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