Gesichtserkennung US-Gericht lässt Sammelklage gegen Facebook zu

Facebook muss sich vor einem Gericht in San Francisco verantworten. Nutzer werfen der Firma vor, ohne ihr Einverständnis ein Programm zur Gesichtserkennung verwendet zu haben.

Im Rechtsstreit um die Speicherung biometrischer Daten hat Facebook eine Niederlage einstecken müssen. Ein Gericht in San Francisco ließ eine Sammelklage gegen das Online-Netzwerk zu. Diese sei der effizienteste Weg, den Disput über die umstrittene Gesichtserkennung zu lösen, begründete der Richter seine Entscheidung.

Nutzer aus dem US-Bundesstaat Illinois werfen Facebook vor, das Programm ohne deren Einverständnis verwendet zu haben. Für sie ist das ein unzulässiger Eingriff in ihre Privatsphäre. Facebook geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass die Klage unbegründet ist. Software zur Gesichtserkennung erlaubt es, etwa im Internet systematisch nach Fotos bestimmter Personen zu suchen.

Die Klage kommt für Facebook zur Unzeit. Das US-Unternehmen sieht sich derzeit mit dem Vorwurf konfrontiert, dass Facebook-Informationen von bis zu 87 Millionen Mitgliedern durch die Firma Cambridge Analytica auf unlautere Weise genutzt worden seien.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste sich deswegen bereits vor US-Parlamentariern verantworten. In den Kongressanhörungen räumte er Fehler ein und bat um Entschuldigung.

EU-Justizkommissarin Vera Jourová hält die Entschuldigung des Unternehmenschefs für ungenügend. "Es ist ja schön, wenn Herr Zuckerberg über den Schaden redet, der einzelnen Nutzern entstanden ist", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" . "Über den Schaden für die Gesellschaft und die demokratische Debatte hat er nichts gesagt."

In der Kommission werde nun darüber nachgedacht, Algorithmen, die wichtigsten Instrumente der Plattformen, zu regulieren, sagte Jourová. Konkrete Maßnahmen kündigte sie aber nicht an.

ssu/Reuters
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