Anzeige mit Bild einer Statue Facebook sperrt Foto von nacktem Neptun

Eine Italienerin wollte mit dem Foto einer Neptun-Statue für ihre Facebook-Seite werben. Das Netzwerk stellte sich zunächst quer: Weil Neptun außer einem Dreizack nichts mehr trug.

Neptun-Statue in Bologna
Getty Images

Neptun-Statue in Bologna


Wenn Facebook Fotos von nackten Menschen auf seiner Plattform entdeckt, kommt es immer wieder zu merkwürdigen Löschungen. Nun hat es ein Bild der Neptun-Statue auf der Piazza del Nettuno in Bologna erwischt.

Denn die Statue aus dem 16. Jahrhundert zeigt nun mal einen nackten Mann mit Dreizack in der Hand. "Die Benutzung von Bildern oder Videos von nackten Körpern oder tiefen Ausschnitten ist nicht erlaubt, auch wenn es um einen künstlerischen oder erzieherischen Zweck geht", soll Facebook der Italienerin Elisa Barbari dem "Guardian" zufolge mitgeteilt haben.

"Wirklich, Neptun? Das ist verrückt."

Barbari hatte das Foto verwendet, um damit Werbung für ihre Facebook-Seite mit Geschichten aus Bologna zu machen. Facebook befand aber, das Foto verstoße gegen die Werberichtlinien der Plattform. Barbari sagte dem "Telegraph": "Ich möchte meine Seite bewerben, aber für Facebook ist die Statue ein sexuell explizites Bild, das zu viel Haut zeigt. Wirklich, Neptun? Das ist verrückt."

Mittlerweile hat Facebook reagiert und seine Entscheidung bedauert. Die Sperre für das Bild sei ein Fehler gewesen. "Das Bild verletzt keine unserer Richtlinien. Wir entschuldigen uns für den Fehler und haben die Werbetreibende wissen lassen, dass wir ihre Anzeige erlauben." Barbari reagierte mit einem kämpferischen Post und freute sich, dass das Foto nun erlaubt ist:

Das Team des sozialen Netzwerks ist mittlerweile berüchtigt dafür, rigoros - und manchmal ohne jedes Augenmaß oder Geschichtsverständnis - gegen Bilder vorzugehen, die nackte oder leicht bekleidete Menschen zeigen.

Gesperrtes Vietnam-Foto

So hatte Facebook das historische Kriegsfoto der Kim Phuc aus Vietnam nach einem Napalm-Angriff im September zuerst von der Plattform verbannt. Nach heftiger Kritik an der Entscheidung ging das berühmte Foto wieder online: Man erkenne die historische Bedeutung des Bildes an, teilte Facebook mit. Gepostet hatte es eine norwegische Zeitung.

Auch der Fall eines fülligen Werbemodels im Mai erregte Aufsehen: Damals ließ Facebook ein Foto mit dem Plus-Size-Model Tess Holliday nicht für eine Werbung auf dem Netzwerk zu. Facebook rechtfertigte die Sperrung des Werbemotivs mit der Begründung, dass hier ein "Körper oder Körperteile in nicht wünschenswerter Weise dargestellt" würden. Das Bild verstoße gegen die Gesundheits- und Fitnessrichtlinien des Netzwerks bei Werbung.

Auch hier entschuldigte sich Facebook später und teilte in dem offenbar nun auch an Barbari geschickten standardmäßigen Statement-Satz mit: "Unser Team hat Millionen von Werbebildern pro Woche zu bewältigen, und in manchen Fällen verbieten wir Anzeigen fälschlicherweise."

gru

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