Facebook Dating als Tinder-Konkurrenz No ONS!

Mit Facebook Dating will der Konzern Nutzer für langfristige Beziehungen vernetzen - nicht für schnelle Abenteuer. Ob das funktioniert, können Facebook-Nutzer jetzt in den USA ausprobieren, und bald auch in Europa.

Liebe in Zeiten der Dating-Apps
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Liebe in Zeiten der Dating-Apps


Facebook ist in den Vereinigten Staaten ins Geschäft mit der Partnersuche eingestiegen. Seit Donnerstag können Nutzer im Alter über 18 Jahren dort ein separates Datingprofil anlegen. Facebook schlägt dann potenzielle Flirtpartner vor - auf Grundlage seines Wissens über Interessen und Aktivitäten der Nutzer.

Der Konzern hatte die Funktion bereits im Mai 2018 angekündigt. Zunächst wurde sie im vergangenen Jahr in Kolumbien eingeführt, wenig später in Kanada und Thailand. In Kolumbien hatte der Dienst allerdings Startschwierigkeiten, wie SPIEGEL bei einem Test herausgefunden hat. Mittlerweile ist die Anwendung in 20 Ländern in Südamerika und Asien verfügbar. Der Start in Europa ist für Anfang kommenden Jahres geplant.

Interessierte können neben ihrem herkömmlichen Profil ein gesondertes Datingprofil zur Partnersuche anlegen, das für die eigenen Facebook-Freunde nicht sichtbar ist - außer man kennzeichnet sie im Datingprofil als "heimlichen Schwarm". Davon erfahren die Nutzer dann nur, wenn es eine gegenseitige Übereinstimmung gibt.

Screenshots des Dienstes Facebook Dating: Aufbau echter, langfristiger Beziehungen
AP

Screenshots des Dienstes Facebook Dating: Aufbau echter, langfristiger Beziehungen

Um die Flirtfunktion sicher zu gestalten, können zwischen den Dating-Profilen keine Fotos, Weblinks, Videos oder Zahlungen verschickt werden, betonte Facebook. Jeder könne einen anderen Nutzer blockieren oder melden. Es gibt die Möglichkeit, Inhalte aus der konzerneigenen Fotoplattform Instagram einzubinden.

Nur wenn beide wollen

"Mit Facebook Dating kannst Du mit Freunden von Freunden zusammenkommen oder mit Leuten, die nicht in Deinem Freundeskreis sind", sagte der zuständige Manager Nathan Sharp. Über die Funktion "heimlich verknallt" können Nutzer miteinander in Kontakt treten. Das funktioniere nur, wenn beide Seiten es wollten, betonte Sharp.

"Einen Liebespartner zu finden, ist sehr persönlich - daher haben wir 'heimlich verknallt' sicher gemacht", sagte Sharp. Sicherheit und die Privatsphäre seien das Wichtigste bei dem neuen Produkt.

Facebook-Nutzer können bei ihren Profilen jetzt schon einen Beziehungsstatus angeben. Während romantischer veranlagte Nutzer der Dating-App Tinder ihr Profil noch selbst mit dem Vermerk "No ONS!" - also: "Keine One-Night-Stands!" - versehen müssen, soll es bei Facebook Dating prinzipiell "um den Aufbau echter, langfristiger Beziehungen gehen, nicht um schnelle Abenteuer", hatte Konzernchef Mark Zuckerberg vergangenes Jahr angekündigt.

Mit der Funktion macht das Unternehmen der App Tinder Konkurrenz: Nach Bekanntgabe des US-Starts von Facebook Dating verlor die Aktie der auf Partnersuche spezialisierten Firma Match Group, zu der unter anderem Tinder gehört, zeitweise rund fünf Prozent.

ngo/AFP/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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murksdoc 06.09.2019
1. Ons
"ONS" war von 1926 bis 1998 die "Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport in Deutschland" und heisst seit der Fusion mit der "Obersten Motorrad-Sport-Kommission" jetzt DMSB. Da es ONS und OMK unter dem Dach des DMSB aber noch gibt, nehme ich an, dass es sich um einen geschützten Begriff handelt. Das müssen auch Zuckerbergs und Apples mal beachten.
vfb1883 06.09.2019
2. @1
Naja also die "Zuckerbergs und Apples" benutzen den Ausdruck ONS nicht. Dieser ist einfach eine von vielen im Internet entstandenen Abkürzungen, welche von den jeweiligen Nutzern verwendet werden.
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