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Anzeigenboykott Die Front gegen Facebook bröckelt

Einige deutsche Firmen wollen nach einer Protestpause wieder auf Facebook und Instagram werben. Fresenius und SAP hingegen gehen Mark Zuckerbergs Maßnahmen gegen Rassismus und Hass nicht weit genug.
aus DER SPIEGEL 32/2020
Anhörung vor dem US-Kongress: Videoschalte mit Mark Zuckerberg

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Foto: Graeme Jennings / AFP

Mehrere deutsche Unternehmen, die sich am globalen Anzeigenboykott gegen Facebook beteiligt haben, wollen wieder Werbung auf den Plattformen des Konzerns schalten, darunter Beiersdorf und der Sportartikelhersteller Puma.

Die Initiative "Stop Hate for Profit" hatte Firmen dazu aufgerufen, dem sozialen Netzwerk Reklamegelder zu entziehen, bis es konsequenter gegen Hass- und Hetzkommentare vorgehe. Im Juli hatten sich weltweit Hunderte Unternehmen an der Aktion beteiligt.

Facebook habe "einen Plan vorgelegt"

Nun bröckelt die Front gegen Facebook. Der Boykott habe "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt", sagt ein Puma-Sprecher. Deswegen werde man ab 1. August erneut Werbung schalten.

Beiersdorf werde die Werbung auf Facebook und Instagram "schrittweise wieder aufnehmen", wie eine Sprecherin mitteilte. Facebook habe "einen Plan vorgelegt, der auf unsere Bedenken eingeht und die Fortschritte des Unternehmens bei der Bereitstellung sicherer Onlineplattformen für Nutzer und Werbetreibende wie Beiersdorf stärkt".

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Auch VW, Adidas, Bayer und Siemens denken über ein Ende des Boykotts nach. Henkel will seine Facebook-Werbeaktivitäten zumindest "Anfang August nicht automatisch wieder aufnehmen", sondern "weiterhin die Entwicklungen beobachten und bewerten, bevor wir weitere Entscheidungen treffen".

Unter den Firmen, die dem Social-Network-Riesen weiterhin Werbegelder entziehen wollen, finden sich kleinere Unternehmen wie die Outdoor-Marke Vaude und Fritz-Kola. Der Hamburger Getränkehersteller teilte mit: "Für uns sind die von Facebook unternommenen Maßnahmen nicht ausreichend genug und entsprechen keiner aus unserer Sicht angemessenen Reaktion."

Aber auch die Dax-Konzerne Fresenius und SAP sind noch nicht zufrieden. Zwar habe Facebook "eine Reihe von Maßnahmen skizziert", sagte ein SAP-Sprecher. Diese seien jedoch "nicht ausreichend, um eine wirklich kategorische Ablehnung von Onlinehass und Rassismus zu erreichen".

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