Suche im eigenen Netzwerk Facebook trennt sich von Microsofts Suchmaschine Bing

Facebook macht die Schotten dicht: Wer künftig in dem sozialen Netzwerk die Suche anwirft, bekommt keine Web-Ergebnisse mehr, sondern nur noch Facebook-Inhalte. Das soll reichen, um Antworten auf die eigenen Fragen zu finden.
Microsofts Online-Chef Qi Lu und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (2010): Es war eine Allianz gegen Google

Microsofts Online-Chef Qi Lu und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (2010): Es war eine Allianz gegen Google

Foto: Jeff Chiu/ AP

San Francisco - Facebook zeigt keine Suchergebnisse der Microsoft -Suchmaschine Bing mehr an. Der Fokus liege nun auf Material aus dem sozialen Netzwerk selbst, sagte ein Facebook-Sprecher. Eine Stellungnahme von Microsoft lag zunächst nicht vor.

Facebook hatte am Montag ein neues Werkzeug eingeführt, um die Suche innerhalb der Beiträge seiner 1,35 Milliarden Nutzer zu erleichtern. Bislang bekamen Nutzer parallel dazu Ergebnisse einer allgemeinen Suche im Internet - über Bing. Der Microsoft-Dienst liegt mit einem Marktanteil von 20 Prozent in den USA an zweiter Stelle hinter Google. Erst im Jahr 2010 hatten Facebook und Bing eine noch engere Kooperation vereinbart, es war eine Allianz gegen Google: Wer Facebook nutzt, nutzt automatisch auch Bing. Und das sind bekanntlich ziemlich viele Leute. Pech also für Bing.

Facebook-Inhalte müssen reichen

Facebook teilte mit, man wolle den Nutzern nun helfen, "das zu finden, was mit ihnen auf Facebook geteilt wurde". Also all das, was andere Facebook-Nutzer veröffentlicht haben.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die Suchtechnologie zu einem Schwerpunkt seines Konzerns erklärt. Im Juli erklärte er, dass auf Facebook mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag gestellt würden. Er wies laut der Nachrichtendagentur Reuters  auf die Masse an Informationen hin, die Tag für Tag auf Facebook geteilt würde. Die könnte es laut dem Facebook-Chef eines Tages überflüssig machen, überhaupt per Websuche zu bemühen, wenn man eine bestimmte Frage hat.

Mit mehr als einer Billion Postings könne Facebook seinen Nutzern mehr Inhalt bieten als andere Suchmaschinen, so Zuckerberg im Sommer. Dadurch werden Nutzer noch mehr im Mikrokosmos des sozialen Netzwerks gehalten: Das kleine Suchfenster zur Außenwelt hat sich jedenfalls geschlossen.

juh/Reuters