Medienbericht Facebook will angeblich nicht mehr Facebook heißen

Schon in wenigen Tagen beabsichtige Facebook, einen neuen Namen anzunehmen, meldet ein Techmagazin. Betreffen soll das aber nur den Mutterkonzern, nicht den Namen des sozialen Netzwerks selbst.
Facebook-Logo: Das Blau soll bleiben

Facebook-Logo: Das Blau soll bleiben

Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV / AFP

Wenn sich diese Meldung als wahr herausstellt, hat »The Verge« Facebook gerade die Überraschung des Jahres kaputt gemacht: Einem Bericht des Onlinemagazins zufolge plant das Unternehmen, seinen Firmennamen zu ändern – ein Entschluss, von dem die Welt erst am 28. Oktober erfahren sollte. An diesem Tag beginnt die Konferenz »Facebook Connect 2021 « mit einer Keynote von Mark Zuckerberg.

Eigentlich sind Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) die Themen der Veranstaltung. Doch diesmal wolle Zuckerberg dort auch den neuen Namen des Unternehmens verkünden, heißt es. Wie der lauten soll, ist allerdings noch vollkommen unklar. Selbst innerhalb des Topmanagements sei nur ein kleiner Kreis eingeweiht worden, schreibt »The Verge«. Umso erstaunlicher ist, dass ein anonymer Tippgeber die Information für den Namenswechsel an den Autor des Textes durchgestoßen hat.

Manche vermuten schon, es könnte sich um eine Nebelkerze handeln, mit der das Unternehmen von anderen Problemen ablenken will. Etwa von den Anschuldigungen der Whistleblowerin Frances Haugen, die vor wenigen Tagen vor dem US-Kongress eine strenge Regulierung des Onlineriesen gefordert hat. Zudem scheint der Konzern weitere Enthüllungen zu fürchten. Auf Twitter schrieb er am Montag , mehr als 30 Journalisten würden an einer »koordinierten Reihe von Artikeln, die auf Tausenden durchgesickerten Dokumenten basieren« arbeiten.

Es geht ums Metaverse

Mit der Umbenennung will Facebook angeblich deutlich machen, dass es mehr ist als das gleichnamige soziale Netzwerk, das die Firma groß gemacht hat. Der neue Name soll nur für den Mutterkonzern gelten, in dem Tochterfirmen wie Facebook, WhatsApp, Instagram, Oculus und andere versammelt sind. Die verschiedenen Ableger des Konzerns hingegen sollen ihre etablierten Namen behalten.

Das Verfahren erinnert an Googles Umbenennung seines Mutterkonzerns in Alphabet. Auch der Internetkonzern wollte mit seinem Schritt deutlich machen, dass sein Geschäft über die Suchmaschine, deren Namen er bis dahin trug, weit hinausgeht.

Für Facebook könnte der Schritt auch wichtig sein, um Mark Zuckerbergs Plan zu unterstreichen, ein sogenanntes Metaverse als neue Generation des Internets zu etablieren. Welche Bedeutung dieses Projekt für das Unternehmen hat, lässt sich daran ablesen, dass Facebook allein in Europa 10.000 neue Arbeitsplätze für die Entwicklung dieser virtuellen Welt schaffen will.

Bescheidene Anfänge

Unter dem Begriff Metaverse versteht Facebook eine Welt, in der physische Realität mit erweiterter Realität (AR) und virtueller Realität (VR) in einer Cyberwelt verschmelzen. Der Begriff stammt vom amerikanischen Schriftsteller Neal Stephenson, der ihn erstmals im Jahr 1992 in seinem Science-Fiction-Roman »Snow Crash« verwendet hat.

Einen ersten, noch sehr bescheidenen Ausblick darauf, wie man sich so etwas vorstellen kann, hat das Unternehmen im August gegeben. In der VR-App »Workroom« können sich Kolleginnen und Kollegen in Form von Avataren in einem virtuellen Konferenzraum treffen und gleichzeitig auf ihre Computer zugreifen. Die comicartige Grafik lässt derzeit allerdings eher an die Anfang des Jahrtausends populäre virtuelle Onlinewelt »Second Life« denken und nicht an futuristische Zukunftsprojekte.

Ein weiteres größeres VR-Projekt des Unternehmens hieß lange »Facebook Horizon« . Kürzlich wurde es dann in »Horizon Worlds« umbenannt.

Facebook selbst hat sich zu dem Bericht über seine angebliche Umbenennung bislang nicht geäußert.

mak
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