Neue Regeln für soziales Netzwerk Facebook verbietet Holocaust-Leugnung jetzt weltweit

Mark Zuckerberg hat seine Meinung geändert: Aufgrund der aktuellen Lage werde sein Unternehmen Inhalte, die den Holocaust verharmlosen, weltweit nicht mehr dulden. Früher hatte er sich dazu anders geäußert.
Mark Zuckerberg: "Ich habe umgedacht"

Mark Zuckerberg: "Ich habe umgedacht"

Foto: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

Nach einer jahrelangen Debatte hat Facebook entschieden, weltweit alle Beiträge zu sperren, in denen der Holocaust geleugnet wird. Der Firmengründer und Chef Mark Zuckerberg verwies zur Begründung auf eine Zunahme des Antisemitismus.

Die Abwägung zwischen Redefreiheit und dem Schaden durch die Leugnung oder Verharmlosung des Völkermordes an Juden durch die Nationalsozialisten habe ihm zu schaffen gemacht, räumte Zuckerberg ein. "Angesichts des aktuellen Zustands der Welt" halte er ein Verbot aber für die richtige Entscheidung, schrieb er am Montag in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite .

In Ländern wie Deutschland, wo die Holocaust-Leugnung illegal ist, blockierte Facebook bereits zuvor entsprechende Inhalte. Sie werden regional gesperrt oder gelöscht, nachdem sie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns gesichtet wurden.

Neue Regeln umzusetzen könnte dauern

Facebook schränkte zugleich ein, dass die Durchsetzung der neuen Regel "nicht von heute auf morgen" erfolgen könne. "Es gibt eine ganze Reihe von Inhalten, die gegen die neuen Richtlinien verstoßen, und es wird Zeit in Anspruch nehmen, um die zuständigen Teams zu schulen und unsere Systeme anzupassen", hieß es in einem Blogeintrag.

Zuckerberg hatte vor gut zwei Jahren massive Kritik auf sich gezogen, als er in einem Interview erklärte, er wolle Beiträge von Holocaust-Leugnern weiterhin nicht grundsätzlich von der Plattform verbannen. Er selbst sei Jude und finde es zutiefst beleidigend, sagte er damals dem Technologieblog "Recode". "Aber am Ende glaube ich nicht, dass unsere Plattform das herunternehmen sollte, weil ich denke, dass es Dinge gibt, bei denen verschiedene Menschen falsch liegen. Ich denke nicht, dass sie absichtlich falsch liegen", sagte er damals.

Die neue Regelung gilt auch für das ebenfalls zum Facebook-Konzern gehörende Instagram, wie eine Unternehmenssprecherin auf SPIEGEL-Anfrage bestätigte.

hpp/dpa