Ankündigung nach Google Auch Facebook will bis 2030 komplett klimaneutral sein

Einen Tag nach Google kündigt auch Facebook an, bis 2030 komplett CO₂-neutral zu operieren. Für die Nutzer soll es einen speziellen Bereich mit verlässlichen Informationen zum Klimawandel geben.
Der Strombedarf eines Facebook-Datenzentrums im schwedischen Lulea wird komplett von Wasserkraft gedeckt

Der Strombedarf eines Facebook-Datenzentrums im schwedischen Lulea wird komplett von Wasserkraft gedeckt

Foto: JONATHAN NACKSTRAND/ AFP

Spätestens ab 2030 will Facebook über seine gesamte Wertschöpfungskette hinweg klimaneutral arbeiten, inklusive seiner Zulieferer, der Arbeitswege der Mitarbeiter und der Dienstreisen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit , einen Tag, nachdem Google seinen Plan vorgestellt hat, bis 2030 ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu operieren.

Erreichen will Facebook sein Ziel vor allem durch den Einsatz erneuerbarer Energien und Einsparungen. Unter anderem geht die Firma davon aus, dass mit der aktuellen Erfahrung in der Coronakrise ein Teil der Dienstreisen durch Videokonferenzen ersetzt werden kann. Die verbliebenen Emissionen will Facebook mithilfe von Technologien zur CO₂-Bindung auffangen.

Bis Ende dieses Jahres will Facebook bereits bei seinen betrieblichen Aktivitäten CO₂-neutral sein. Dafür werde zum Beispiel das Rechenzentrum in Dänemark mit Windkraft betrieben - gleichzeitig werde die Wärme der Server genutzt, um bis zu 6900 Haushalte in der Stadt Odense zu beheizen.

Wissenschaftler schätzen , dass der CO₂-Fußabdruck des Internets im Jahr 2019 sogar größer war als von der Luftfahrtindustrie.

Facebook will verlässlich über den Klimawandel informieren

Google hatte am Montag verkündet, sein gesamter historischer CO₂-Fußabdruck seit der Gründung 1998 sei "jetzt null". Microsoft hatte im Januar angekündigt, dieses Ziel bis 2050 erreichen zu wollen. Microsoft wurde 1975 gegründet, hat also deutlich mehr aufzuholen als Google. Bis 2030 will der Windows-Konzern zudem einen negativen Kohlendioxid-Fußabdruck haben, also mehr CO₂ aus der Atmosphäre entfernen, als es produziert.

Seinen Nutzern will Facebook künftig in einem speziellen Bereich verlässliche Informationen zum Klimawandel präsentieren. Das Klima-Informationszentrum mit Zugang zu Ressourcen führender Forschungsorganisationen wie dem Deutschen Wetterdienst (DWD), dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) soll zunächst in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA verfügbar sein. Einen ähnlichen Bereich hatte Facebook bereits zur Corona-Pandemie eingerichtet.

pbe/dpa
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