Internet für die Welt Facebook will angeblich Drohnenhersteller kaufen

Der Wettlauf um fünf Milliarden potentielle Kunden in Entwicklungsländern hat begonnen: Während Google Testballons in die Höhe schickt, will Facebook offenbar einen Drohnenbauer kaufen. Die Fluggeräte sollen als Satelliten für drahtlosen Netzzugang dienen.
"Solara"-Drohne von Titan Aerospace: Betrieben mit Solarenergie

"Solara"-Drohne von Titan Aerospace: Betrieben mit Solarenergie

Foto: TITAN Aerospace

Facebook und Google sind sich in einem einig: Es gibt noch viel zu viele Menschen auf der Welt, die über keinen Internetzugang verfügen. Google will das Problem mit Ballons lösen, die in großer Höhe herumschweben und Funksignale senden und empfangen sollen. Facebook will nun Gerüchten zufolge das Unternehmen Titan Aerospace kaufen. Die Firma entwickelt eine spezielle Drohne, mit deren Hilfe es Facebook und der von dem Unternehmen unterstützten Initiative Internet.org gelingen könnte, Menschen in Entwicklungsländern einen Zugang zum Internet zu verschaffen.

Das unbemannte Fluggerät von Titan Aerospace soll durch Solarenergie betrieben werden und bis zu fünf Jahre lang in der Luft bleiben können, ohne landen zu müssen. Die Drohnen können sehr hoch fliegen und könnten als preiswerte Alternative zu Satelliten im All genutzt werden. Laut dem Silicon-Valley-Blog "TechCrunch " gibt es entsprechende Gespräche zwischen Facebook und dem Drohnenhersteller, der Übernahmepreis könnte demnach 60 Millionen Dollar betragen.

Für die Initiative Internet.org wären die Flugzeuge ein Gegenentwurf zu Googles Ballons. 2013 hat Google in Neuseeland bereits hoch fliegende Testballons losgeschickt, um das Verfahren zu testen. Die Ballons des "Project Loon" sollen ebenfalls über Solarzellen mit Strom versorgt werden.

Fünf Milliarden potentielle Kunden

Derzeit liefern sich die großen Internetunternehmen ein Rennen darum, die vielen potentiellen Neunutzer in Entwicklungsländern mit Internet zu versorgen und nach Möglichkeit gleich an sich zu binden. Google probiert es mit seinem Think-Tank Google X, Facebook hat für die von ihm geführten Initiative Internet.org  im vergangenen Jahr weitere Technologiefirmen um sich geschart, darunter den Handychip-Hersteller Qualcomm, Samsung, Nokia und Ericsson. Es geht um fünf Milliarden Menschen ohne Internetzugang. Fünf Milliarden potentielle Kunden.

Gerade erst hat sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg noch einmal als Entwicklungshelfer präsentiert: Er sei auf Partnersuche in der Mobilfunk-Branche für seinen Plan, kostenlose Internetanschlüsse in der Dritten Welt bereitzustellen, sagte er beim Mobile World Congress in Barcelona. Das Projekt Internet.org sei offen für drei bis fünf neue Netzbetreiber, sagte er.

juh
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