Fälschungen Facebook streicht angebliche Bilawal-Bhutto-Profile

Die Anonymität des Web 2.0 treibt immer wieder Blüten - und zuweilen gefährliche: Nach Beschwerden nahm das Social-Network Facebook einige Profilseiten aus dem Angebot. Dort existierte und publizierte der Sohn der getöteten Benazir Bhutto gleich mehrfach - angeblich ohne sein Wissen.


London - Wer sich Ende der Neunziger im Usenet herumtrieb, stieß dort immer wieder auf Bill Clinton: Der Name des ehemaligen US-Präsidenten gehörte damals zu den beliebtesten Alias-Identitäten weltweit - vor allem bei Leuten, die sich in Schmuddelecken umtrieben. Über so etwas kann man lachen oder auch nicht: Vertretern der pakistanischen Volkspartei PPP war nicht danach zumute, als sie bei Facebook gleich mehrere angebliche Profilseiten entdeckten, die Bilawal Bhutto, dem Sohn der getöteten Benazir Bhutto zugeschrieben waren.

Bilawal Bhutto: Hat sich trotz äußerst instabiler politischer Lage entschlossen, die Nachfolge seiner ermordeten Mutter anzutreten
AP

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Der versichert, nicht Urheber der Seiten zu sein. Nach entsprechenden Protesten nahm die Internetplattform Facebook die zwei angeblichen Profile nun aus dem Angebot und erklärte sie für Fälschungen. Die Eintragungen, die dem 19-jährigen Oxford-Studenten Bilawal Bhutto Zardari zugeschrieben worden waren, seien von der Seite entfernt worden, teilte Facebook am Donnerstag mit. Untersuchungen, bei denen "eine Reihe von Kriterien" angewendet würden, hätten die Fälschung ans Licht gebracht.

Auch zwei ranghohe Mitglieder der Pakistanischen Volkspartei PPP, zu deren Chef Bilawal Bhutto am Sonntag ernannt worden war, bezeichneten die Profile als Fälschungen. PPP-Sprecherin Sherry Rehman sagte: "Es sind nicht seine Eintragungen, sie stammen nicht von ihm, jemand anderes hat es getan."

Bei Facebook waren Äußerungen aufgetaucht, in denen vermeintlich Bilawal Bhutto sein Studentenleben und persönliche Vorlieben beschrieb, aber auch Bemerkungen zu seinen politischen Ansichten und Fähigkeiten machte.

pat/AFP



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