Kampf gegen Fake News Ermittlungen gegen 55-Jährige wegen erfundener Vergewaltigung

Die Polizei verstärkt den Kampf gegen Falschmeldungen. In Bayern wird nun gegen eine Frau ermittelt - sie hatte bei Facebook eine Meldung über eine erfundene Vergewaltigung verbreitet.

Den angeblichen Übergriff durch einen Asylbewerber hatte es nie gegeben: Wegen eines Interneteintrags über eine erfundene Vergewaltigung wird gegen eine Frau aus Bayern ermittelt.

Die 55-Jährige steht im Verdacht, den sexuellen Missbrauch einer 17-Jährigen als freie Erfindung in den sozialen Netzwerken verbreitet zu haben, wie die Polizei in Rosenheim mitteilte. Es werde wegen Vortäuschens einer Straftat und wegen Volksverhetzung gegen die Frau aus dem niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ermittelt.

In einem Facebook-Eintrag hatte die Frau nach Überzeugung der Polizei geschrieben, die Jugendliche sei in Mühldorf am Inn von einem Asylbewerber vergewaltigt worden und habe notoperiert werden müssen. Nichts davon stimmte jedoch laut den Nachforschungen der Polizei.

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Nach Bekanntwerden der gefälschten Meldung war die Polizei offensiv vorgegangen: Sie hatte auf Facebook und bei Twitter die Fälschung mit deutlichen Worten angeprangert.

Robert Kopp, der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, sagte: "Die große Zustimmung in medialen Veröffentlichungen als auch der Community in sozialen Medien ist für mich eine eindeutige Bestätigung für unser offensives und geradliniges Vorgehen im südlichen Oberbayern gegen Falschmeldungen oder Hetzbotschaften im Netz."

Generell hat die Polizei zuletzt ihr Vorgehen gegen sogenannte Fake News verstärkt, also gegen Falschmeldungen, die sich in sozialen Netzwerken rasant verbreiten. In Berlin etwa gingen die dortigen Behörden gegen einen Mann vor, der mit einer WhatsApp-Nachricht Terrorangst schürte.

Wenige Tage nach dem Anschlag am Breitscheidplatz hatte der Mann vor einer angeblichen Terrorzelle gewarnt, die Anschläge auf Berliner Einkaufszentren plane. Gegen ihn wird wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ermittelt. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

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fab/dpa
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