Drogenplattform Silk Road FBI friert 26.000 Bitcoins ein

Neue Details zur Verhaftung des mutmaßlichen Silk-Road-Betreibers: Bislang hat das FBI Bitcoins im Wert von 3,5 Millionen Dollar beschlagnahmt, sie sollen Nutzern der Plattform gehören. Was die Ermittler mit dem virtuellen Geld machen werden, wissen sie offenbar selbst noch nicht genau.
Viele Bitcoins: Für das FBI etwas Neues

Viele Bitcoins: Für das FBI etwas Neues

Foto: GEORGE FREY/ AFP

Gerichtsdokumente haben vergangene Woche Hinweise geliefert, wie das FBI dem mutmaßlichen Silk-Road-Betreiber Ross U.auf die Spur gekommen ist. Nun gibt "Forbes" einen Einblick in die finanzielle Dimension des Ermittlerzugriffs. Dem Magazin zufolge hat das FBI im Zuge der Verhaftung rund 26.000 Bitcoins beschlagnahmt , die zu Silk Road gehören. Dabei soll es sich um Guthaben von Nutzern der Online-Plattform handeln. Beim aktuellen Kurs von rund 137 Dollar pro Bitcoin geht es umgerechnet um eine Summe von mehr als 3,5 Millionen Dollar.

"Wir werden die Bitcoins herunterladen und aufbewahren", antwortete eine FBI-Sprecherin gegenüber "Forbes" auf die Frage, was die Ermittlungsbehörde mit dem virtuellen Vermögen vorhat. Man werde die Bitcoins behalten, bis das Gerichtsverfahren beendet ist. Und dann? "Das ist für uns etwas Neues. Wahrscheinlich werden wir sie einfach liquidieren." Mit einer Rückerstattung ihres Silk-Road-Guthabens sollten Nutzer jedenfalls nicht rechnen: "Wenn sie wissentlich etwas Illegales kaufen, können sie ihr Geld nicht zurückbekommen."

Überweisungen mit kritischen Botschaften

Mittlerweile haben Bitcoin-Nutzer zumindest einen Weg gefunden, ihren Unmut über die Verhaftung von Ross U. kundzutun: Seit einigen Tagen überweisen Nutzer Kleinstbeträge auf das Bitcoin-Konto, das als Konto der Ermittler identifiziert wurde . An die Zahlungen angehängt werden öffentlich einsehbare Nachrichten: "Eine Idee kann man nicht festnehmen", steht da zum Beispiel, oder: "Ihr könnt Napster schließen, aber nicht das File-Sharing stoppen. Dasselbe gilt für Silk Road ." Auf Change.org wurde zudem eine Petition gestartet, die das FBI auffordert, das beschlagnahmte Geld wieder für die Bitcoin-Community freizugeben .

Auf Ross U.'s persönliches Bitcoin-Vermögen können die Ermittler nach derzeitigem Stand nicht zugreifen. Das Konto soll separat betrieben worden sein, zitiert "Forbes" die FBI-Sprecherin, es sei verschlüsselt. Insgesamt soll U. nach FBI-Angaben mit Silk Road rund 600.000 Bitcoins eingenommen haben, umgerechnet über 80 Millionen Dollar.

mbö
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