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US-Überwachung FBI will Gesichter-Datenbank massiv ausbauen

Das FBI will stärker auf Gesichtserkennung setzen, berichtet die Bürgerrechtsorganisation EFF. Bis 2015 soll die entsprechende Datenbank mehr als 50 Millionen Porträts enthalten, auch von unverdächtigen Personen.
FBI-Logo: Ausbau der Geheimdienst-Datenbanken geplant

FBI-Logo: Ausbau der Geheimdienst-Datenbanken geplant

Foto: Mark Wilson/ Getty Images

Das FBI will seine Datensätze zur Gesichtserkennung ausbauen. Eine umstrittene Gesichter-Datenbank, die zum FBI-Projekt Next Generation Identification (NGI) gehört, soll bis 2015 auf rund 52 Millionen Porträts anwachsen, berichtet die Bürgerrechtler-Organisation Electronic Frontier Foundation  (EFF). Bis Mitte 2013 sollen erst 16 Millionen Bilder gespeichert worden sein. Als Quelle für diese Zahlen nennt die EFF aktuelle Dokumente , die während eines Gerichtsverfahrens  vorgelegt wurden, von dem sich die Bürgerrechtler mehr Transparenz hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise der Datenbank erhoffen.

Nach aktuellem Kenntnisstand enthalten die NGI-Datenbanken nicht nur Millionen Fingerabdrücke, Handvenenmuster und Iris-Scans, sondern auch über 16 Millionen Gesichtsaufnahmen, von sieben bis acht Millionen Menschen. Die überarbeitete Gesichter-Datenbank soll den FBI-Agenten ein schnelleres Datenabrufen ermöglichen - pro Tag sollen zehntausende Suchabfragen möglich sein.

Ebenso neu wie bedenklich ist, dass im Rahmen des NGI-Programms künftig zwei Datenbanken verlinkt werden sollen, die sich bislang nur unabhängig voneinander durchsuchen ließen: eine mit Fahndungsfotos gesuchter Krimineller und eine mit Fotos von Menschen, deren Bilder aus anderen Gründen gespeichert werden, beispielsweise, weil sie im öffentlichen Dienst arbeiten.

Von Personen, die derartige Jobs haben, werden laut EFF bislang nur die Fingerabdrücke gespeichert. In Zukunft soll das FBI angeblich aber auch andere biometrische Daten wie Fotos bekommen und den üblichen biografischen Daten zuordnen können. Diese zivile Datenbank soll bis zum nächsten Jahr rund 4,3 Millionen Bilder enthalten.

Eine Million Fotos aus unbekannter Quelle

Interessant ist, dass zu den NGI-Datensätzen des Jahres 2015 auch rund eine Million Porträtsfotos gehören sollen, deren Herkunft das FBI nicht näher spezifiziert. Es ist nicht auszuschließen, dass diese aus weiteren Polizei-Datenbanken oder sogar dem Außenministerium stammen - sie alle nutzen die Technologie der Zulieferfirma Morphotrust .

Obwohl Datenschützer das NGI-Programm kritisieren, steigt offenbar die Zahl der US-Bundesstaaten, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Laut EFF-Angaben zeigte 2012 ungefähr die Hälfte der Staaten Interesse, bis zum Ende 2014 sollen nun aber alle 50 dabei sein.

Mit besonderem Einsatz hervorgetan hat sich der Staat Oregon. Mit seinem Projekt namens "Face Report Card" hatte er versucht herauszufinden, welche Qualität die eingesetzten Fahndungsfotos für eine zuverlässige Erkennung haben müssen. Die über 14.000 untersuchten Fotos waren mit einer empfohlenen Auflösung von nicht einmal 0,75 Megapixeln aufgenommen worden - diese Bildqualität wird heute selbst von günstigen Smartphones übertroffen.

abr