Fehlende Kindersicherung Apple will Eltern Geld zurückgeben

Kostenlose Spiele-Apps könnten für Apple teuer werden: Eltern haben geklagt, weil ihr Nachwuchs in solchen Apps für zusätzliche Funktionen Geld ausgeben konnte. Das Unternehmen bietet nun einen Vergleich an.

Apple-Chef Tim Cook (Archivbild): Eltern bekommen fünf Dollar zurück
REUTERS

Apple-Chef Tim Cook (Archivbild): Eltern bekommen fünf Dollar zurück


Viele Spiele-Apps sind kostenlos und versuchen, den Nutzern nachträglich zum Geldausgeben zu bewegen. In den USA haben Eltern deswegen vor zwei Jahren eine Klage gegen Apple angestrengt: Ihre Kinder hatten über solche Apps Geld ausgegeben, ohne die Zustimmung der Eltern. Damals hatte Apple noch keine Kindersicherung eingebaut, um den Nachwuchs vom Geldausgeben abzuhalten.

Nun hat Apple eine außergerichtliche Einigung vorgeschlagen, berichtet GigaOm. Demnach sollen betroffene Eltern einen Gutschein über fünf Dollar für den App Store erhalten. Können sie nachweisen, dass Kinder mehr als 30 Dollar ausgegeben haben, sollen sie auch eine höhere Rückzahlung beanspruchen können. Die Kläger sind damit einverstanden. Dem Vergleich, der offenbar nur für die USA gilt, muss noch ein Bundesrichter zustimmen.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass bis zu 23 Millionen Nutzer Anspruch auf Geld haben könnten - die Summe, die Apple für den Vergleich ausgibt, könnte demnach rund 100 Millionen Dollar betragen, rechnet der "Guardian" vor.

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
susuki 27.02.2013
1. Nicht schlecht
Bei uns gat niemand etwas von Jamba und Co zurückerhalten
twan 27.02.2013
2.
"Aus den Dokumenten geht hervor, dass bis zu 23 Millionen Nutzer Anspruch auf Geld haben könnten - die Summe, die Apple für den Vergleich ausgibt, könnte demnach rund 100 Millionen Dollar betragen, rechnet der "Guardian" vor." 23 mio mal 5 USD macht 115 Mio USD. 115 Mio -30% sind aber keine 100 Mio USD. Apple bezahlt das Geld nicht, es bietet Store Gutscheine. Und die kosten sie nur 70% des Werts + max 1-2% Server- und Infrastrukturkosten.
cor 27.02.2013
3. Provider als Erziehungsersatz
Wieso und seit wann ist der Provider schuld, wenn Kinder den Service benutzen, zusätzlich Geld ausgeben oder Inhalte sehen, die eigentlich für Erwachsene gedacht ist? Oder werden nun auch alle Internetprovider angeklagt, weil Kinder über die Leitung Zugriff auf pornografische Inhalte hatten? Wird nun die Telekom verklagt, weil die Kinder zu viel telefoniert haben und die Telefonrechnung zu hoch war?
krulle 27.02.2013
4.
Zitat von corWieso und seit wann ist der Provider schuld, wenn Kinder den Service benutzen, zusätzlich Geld ausgeben oder Inhalte sehen, die eigentlich für Erwachsene gedacht ist? Oder werden nun auch alle Internetprovider angeklagt, weil Kinder über die Leitung Zugriff auf pornografische Inhalte hatten? Wird nun die Telekom verklagt, weil die Kinder zu viel telefoniert haben und die Telefonrechnung zu hoch war?
Nein, weil das hier gar nicht die Frage war. Eltern haben ihren Kindern "GratisApps" aus dem Store auf das Gerät geladen, und damit die Kidner spielen lassen, im Wissen (und Apples Versprechen), dass die Kinder kein Geld ausgeben können, da sie das Apple Application Store Passwort nicht haben. Dennoch konnten die Kinder kostenpflichtige Extras "In-Game" kaufen, das wurde den Eltern auf deren konto belastet. Ohne Abfrage eines Store-Passwortes. Das ist das Problem weshalb geklagt wurde. In DE haben viele Eltern eine Rückbuchung veranlasst, was dazu führte, dass Apple hätte klagen müssen um das Geld dennoch zu erhalten. Die Apfelanwälte haben dringend von Klagen abgeraten, da Apple nach geltender Rechtslage in DE die Klagen allesamt verloren hätte. Nach kurzem Grummeln hat Apple in DE auch keine Nutzerkonten gesperrt, sondern nur die kostenpflichtigen Zusätze wieder entfernt, bzw. das App "aus der Ferne" gelöscht, nach einer Neubestellung des GratisApps war das dann ohne die kostenpflichtigen Extras. Eltern die sich nicht gemeldet und "nur" beschwert haben (also keine Rückbuchung veranlasst haben), sind in DE die düpierten geworden.
aga100 27.02.2013
5.
Gut so und hoffentlich überlegt Apple dann auch gleich, die schlimmsten Abzocker-Apps aus dem Store zu werfen. Man sehe sich z.B. 'Springfield' von EA bzw. Origin an. Da kann man mit einem Klick für fast 90€ !!! virtuelle Donuts kaufen, mit denen man dann virtuelles Zeug auf dem Bildschirm verteilen kann. Gehts noch? Die Beträge sind schlicht obszön und selbstverständlich darauf ausgelegt, Kinder 'reinzulegen' (was für eine Kunst!). Kein Erwachsener mit normalem Verstand würde dafür auch nur einen Cent ausgeben. Die Dauerforderung (auch hier), Eltern seine ganz alleine für ihre Kinder verantwortlich, kann nur von kinderlosen Menschen stammen. Klar müssen die Eltern auch aufpassen, aber mit obigem Argument könnte man alle Verbote und Regeln für überflüssig erklären. Es muss Grenzen geben, die Anbieter kennen nämlich keine. Seit der Anstand im Geschäftsleben keine Rolle mehr spielt, müssen eben gesetzliche Regeln her.
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