Netzwelt-Ticker Fehler in iOS 6, Bezos-Aufruf, Full-HD-Smartphone

Ein Fehler in iOS 6 sorgt dafür, dass im W-Lan begonnene Downloads im Mobilfunknetz fortgesetzt werden, Amazon-Gründer Jeff Bezos will die Patentkriege beenden, und HTC stellt ein Smartphone vor, auf dessen Display die Pixel noch dichter gedrängt sind als beim iPhone.

iPhone mit iOS 6: Musikdownloads werden vom W-Lan ins Mobilfunknetz getragen
Matthias Kremp

iPhone mit iOS 6: Musikdownloads werden vom W-Lan ins Mobilfunknetz getragen


Das kann ärgerlich werden: Anders als die fehlerhaften Karten in der Apple-eigenen Maps-App kann ein anderer Fehler in Apples iOS 6 seine Nutzern Nerven oder gar Geld kosten. Wer seine Musiktitel im Cloud-basierten iTunes-Match-Dienst abgespeichert hat, kann mit seinem Smartphone sowohl über W-Lan als auch per Mobilfunk auf die dort abgelegten Musiktitel zugreifen. Die meisten Anwender laden aber nur im W-Lan Songs herunter, weil solche Downloads in Mobilfunknetzen den Datenverbrauch schnell in die Höhe treiben. iOS 5 hat deshalb auch strikt zwischen Mobilfunk und W-Lan unterschieden, nicht so iOS 6.

Wie die Fachzeitschrift "Mac & i" berichtet, werden Music-Match-Downloads nicht unterbrochen, wenn man das W-Lan verlässt. Stattdessen würden die Songs dann über das Mobilfunknetz heruntergeladen, und zwar selbst dann, wenn diese Option in den Voreinstellungen ausdrücklich deaktiviert wurde.

Der Fehler soll mit unterschiedlichen Geräten und in den Netzen verschiedener Mobilfunkanbieter bei mehreren iTunes-Match-Profilen reproduzierbar sein. Laut "Mac & i" konnte von Apple bislang keine Stellungnahme eingeholt werden. Bis der Fehler behoben ist, sollten Nutzern von iTunes Match darauf achten, dass alle Musiktitel, die sie aus der Cloud laden wollen, per W-Lan auf ihr Handy kopiert worden sind, bevor sie den Empfangsbereich des Drahtlos-Netzwerks verlassen.

Amazon-Gründer Bezos will Ende der Patentkriege

Im Hightech-Bereich werden derzeit etliche Patent- und Lizenzverfahren ausgefochten. Schluss damit, forderte Amazon-Gründer Jeff Bezos jetzt, die endlosen Patentkriege seien eine Bedrohung für Innovation und Gesellschaft. Gegenüber dem britischen Nachrichtenseite Metro erklärte der Amazon-Gründer, ursprünglich seien Patente dazu gedacht gewesen, Innovationen voranzutreiben, doch inzwischen würden sie Erfindungen und Neuerungen abwürgen.

Bezos hat wenig Hoffnung, dass die ineinander verbissenen Konzerne selbst einen Ausweg aus der aktuellen Lage finden. Deshalb sei es an den Regierungen, entsprechende Gesetzesänderungen vorzunehmen: "Regierungen müssten sich des Patentsystems annehmen und klären, ob diese Gesetze nicht überarbeitet werden sollten, denn ich glaube nicht, dass diese Patentkriege gut für die Gesellschaft sind." Immerhin herrsche derzeit das goldene Zeitalter drahtloser und mobiler Geräte, das von Technologie, Erfindungen und schnellem Wechsel geprägt sei.

HTC stellt Full-HD-Handy vor

Am 17. Oktober wird HTC ein neues Smartphone vorstellen, das zuvor schon Gegenstand vieler Gerüchte war, schreibt The Verge. Das HTC J Butterfly soll mit einem Full-HD-Bildschirm (1080p) daherkommen und noch im Dezember in den Verkauf gehen, wie der The Verge meldet. Beim neuen HTC-Smartphone drängen sich die Bildpunkte auf einem Fünf-Zoll-Bildschirm, der dem Betrachter eine Auflösung von 440 Pixeln pro Zoll (ppi) bietet, deutlich mehr also als beispielsweise das iPhone 5, das auf 320 ppi kommt.

Bei The Verge ist man ganz aus dem Häuschen, dort wird die satte Farbwiedergabe ebenso gepriesen wie der leicht konvexe Bildschirm. Die Wölbung sorge dafür, dass das Bild gleichsam über die Ränder des Geräts hinauszureichen scheint.

Als Betriebssystem wird Android 4.1 "Jelly Bean" von einem 1,5 Gigahertz schnellen Quadcore-Prozessor angetrieben. Das Handy hat zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Kamera, die Fotos mit einer Auflösung von bis zu acht Megapixel liefert.

Einen Makel hat das Wunder-Handy dann aber doch: Es soll nur in Japan angeboten werden.

Auch das noch:

  • Streit um Festplattenabgabe: In Österreich wird die sogenannte Leerkassettenvergütung seit dem 1. Oktober 2010 auf jede Festplatte mit mehr als 500 Gigabyte Speicherplatz fällig. Die eigentlich bedachten Urheber und Künstler sehen von dem Geld aber nichts, weil Hewlett Packard seit zwei Jahren gegen die Verordnung klagt. Am 17. Oktober soll es Demonstrationen für und gegen die Angabe geben. Zum einen haben rund 30 Künstlerorganisationen zu einem Protestmarsch in Wien ausgerufen. Gleichzeitig ruft die Initiative für Netzfreiheit für den frühen Abend zu einem Demonstrationszug zum Justizministerium auf.
  • Wo dem iPhone der Garaus droht: Kaputtgegangene iPhones kosten Versicherungen viel Geld, also hat eine US-Assekuranz mit einer Studie ermittelt, wo die beliebten Apple-Handys in großer Gefahr sind. Platz eins der Risikoliste ist die heimische Küche, dort kommen 21 Prozent der betroffenen Geräte zu Schaden. iPhones sind nicht wasserdicht, was zum Beispiel jene fünf Prozent der Besitzer nicht bedacht haben, die ihr Smartphone aus Versehen in die Waschmaschine steckten.
  • Der Schweizer Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom schafft Digitalverschlüsselung ab. Das Schweizer Unternehmen erhöht dafür die Monatsgebühren um zunächst einen Euro.
  • Die Kaufhauskette Best Buy plant angeblich ein eigenes Zehn-Zoll Android-Tablet. Der Preis soll zwischen 239 und 259 Dollar liegen. BusinessInsider sieht allerdings kaum Erfolgsaussichten. Der schwächelnde Konzern habe weder die Computer-Erfahrung Apples, noch die Programm-Expertise Googles. Fazit: "Wir geben diesem Tablet eine Erfolgschance von null Prozent."
  • China beschlagnahmt Handys mit "falschen" Karten-Apps. Vorsicht bei der Einreise ins Reich der Mitte! Die Zollbeamten gucken seit neuestem genau hin, ob in von Reisenden mitgeführten Smartphones die derzeit zwischen China und Japan umstrittenen Inseln korrekt bezeichnet werden. Wenn die Karten-App die unbewohnten Felsen japanisch "Senkaku"-Inseln und nicht chinesisch "Diaoyu" nennt, gilt sie als illegal, das Handy wird einkassiert.

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Terrax 17.10.2012
1. Noch mehr?
Als es langsam in Richtung 300 ppi ging wurde ich schon skeptisch, ob man es wirklich spürbar merkt beim Benutzen. Aber ich dachte mir, das ist halt der Lauf der Dinge, Bildschirme entwickeln sich halt auch und werden auch besser. Aber 440 ppi? Das kann doch wirklich nur Zahlengeprotze sein. Man möge mich eines besseren belehren.
mark78 17.10.2012
2.
Zitat von TerraxAls es langsam in Richtung 300 ppi ging wurde ich schon skeptisch, ob man es wirklich spürbar merkt beim Benutzen. Aber ich dachte mir, das ist halt der Lauf der Dinge, Bildschirme entwickeln sich halt auch und werden auch besser. Aber 440 ppi? Das kann doch wirklich nur Zahlengeprotze sein. Man möge mich eines besseren belehren.
Kommt drauf an Apple Retina definition ist wohl auf 60-70 jährige ausgelegt. Jüngere sehen oftmals noch deutlich besser. So das die grenze eher bei 900ppi liegt. Allerdings will wohl keiner ruckelnde und akku fressende Smartphones von daher müssen wir noch warten. Why Retina Isn't Enough [Feature] | Cult of Mac (http://www.cultofmac.com/173702/why-retina-isnt-enough-feature/)
spatenheimer 18.10.2012
3.
Toll am neuen iOS 6 ist auch, dass bei Anrufen von Handys, deren Rufnummer nicht mitgesendet wird, immer "BLOCKIERT" auf dem Bildschirm erscheint. Ich bin jedes Mal völlig verwirrt bis mir der Fehler wieder einfällt.
rdoerrer 18.10.2012
4. Retina entspricht der Auflösung des menschlichen Auges!
Nach Wikipedia beträgt die Auflösung des Auges 0,5' - 1,0' das entspricht bei einem Betrachtunsabstand von 25cm 0,05-0,1 Linien pro Millimeter, also ca. 500-250 dpi. Damit liegen 320, bzw. 440 genau dazwischen! 900 dpi sind wohl erst bei einem Betrachtunsgabstand von weniger als 8-17 cm wahrnehmbar.
olaf_olafson 18.10.2012
5. Wo ist da jetzt der Fehler?
Zitat von spatenheimerToll am neuen iOS 6 ist auch, dass bei Anrufen von Handys, deren Rufnummer nicht mitgesendet wird, immer "BLOCKIERT" auf dem Bildschirm erscheint. Ich bin jedes Mal völlig verwirrt bis mir der Fehler wieder einfällt.
Das Senden der Nummer wurde vom Anrufer blockiert. Deshalb steht anstatt der Rufnummer: "blockiert". Macht für mich Sinn...
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