Feldversuch Die SMS-Hilfssheriffs des BKA

Ganoven aufgepasst! Die Polizei will künftig auch per SMS nach Verbrechern fahnden. Versuchsweise will das Bundeskriminalamt bestimmten Berufsgruppen Ermittlungshinweisen aufs Handy senden, um Banditen auf die Schliche zu kommen.


Künftig schicken die Zentralen von städtischen Ordnungsämtern, Taxiunternehmen und vom Personen-Nahverkehr an ausgewählte Mitarbeiter Kurznachrichten der Polizei, erklärte BKA-Sprecher Norbert Unger das fünf Monate dauernde Pilotprojekt. Die Teilnahme der Zivilfahnder sei freiwillig.

Die ausgewählten Personen erhalten eine SMS auf ihr Handy, etwa mit der Beschreibung eines flüchtigen Straftäters, eines entflohenen Häftlings oder einer vermissten Person. Auch Kfz-Kennzeichen können rasch übermittelt und immer wieder auf dem Display abgerufen werden.

So neu ist die private Mithilfe nicht. Bisher seien wichtige Fahndungshinweise über Funk gesendet worden. Mit dem neuen SMS-System erhofft sich das BKA eine effektivere Zusammenarbeit. "Die schnelle und direkte Einbeziehung ausgewählter Berufsgruppen eröffnet der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung neue Perspektiven und erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Straftat unmittelbar nach ihrer Begehung aufzuklären", sagte BKA-Präsident Ulrich Kersten.

Das Projekt wird in insgesamt zehn Polizeidienststellen in Traunstein (Bayern), Karlsruhe (Baden-Württemberg), Jena (Thüringen), Bochum (Nordrhein-Westfalen), Hannover (Niedersachsen), Potsdam (Brandenburg), Rostock (Mecklenburg- Vorpommern), Rendsburg (Schleswig-Holstein) und Saarbrücken im Saarland getestet. In Hessen will das BKA die Fahndungs-SMS zunächst nur an eigene Mitarbeitern schicken.



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