Filesharing-Prozess Freispruch für Oink-Gründer

Verschwörung zum Betrug, lautete die Anklage. Denn einst tauschten 200.000 Mitglieder Dateien über die Website Oink von Alan Ellis - bis die Polizei sein Haus durchsuchte. Doch britische Richter sprachen den Gründer der Filesharing-Seite jetzt frei.


London - Der Gründer einer Filesharing-Website, die zu den größten Plattformen für illegale Musik-Downloads gehören soll, ist am Freitag von einem britischen Gericht vom Vorwurf der Verschwörung zum Betrug freigesprochen worden. Der Beschuldigte Alan Ellis rief 2004 die Website Oink ins Leben, auf der Mitglieder untereinander Musikdateien tauschen können.

Oink hatte fast 200.000 Mitglieder, als die Polizei im Oktober 2007 das Haus von Ellis in Middlesbrough in Nordengland durchsuchte. Die Polizei sprach dabei von einem großen Schlag gegen illegale Musik-Downloads. Ellis erklärte, es sei ihm bei der Website nur darum gegangen, seine eigenen Computer-Fähigkeiten zu verbessern, Betrug an Urheberrechtsinhabern sei nicht seine Absicht gewesen.

Auf der Website von Oink wurden selbst keine Dateien gespeichert, es gab nur einen Index über die zum Download bereitstehenden Musikdateien auf den Rechnern der Nutzer. Bis Oktober 2007 sollen dort 21 Millionen Musikdateien getauscht worden sein.

Ein Vertreter der Musikindustrie erklärte, das Urteil sei "sehr enttäuschend". Ellis habe Geld damit gemacht, dass er die Werke anderer ohne Genehmigung ausgebeutet habe. Das Urteil stehe in völligem Gegensatz zu anderen Entscheidungen in ähnlichen Fällen, zum Beispiel bei der schwedischen Tauschbörse Pirate Bay.

otr/apn



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
aladin Bourne 16.01.2010
1. Jawoll!
Yeees! Find ich gut das die MI endlich auch mal Wind von vorne bekommt. Ich habe den Artikle in längerer und ausführlicher Version schon wo anders gelesen , der Anwalt der MI hat wohl nur von oben herablassend über gegnerische Zeugen geredet. Selbst ein Uni Professor der als Zeuge des beklagten da war und ausführlich beschrieben hat das solche Seiten eher Promotion als Umsatzeinbussen bringen hat der Anwalt wohl mit "Geschwätz, Humbug , usw." betitelt. Nicht jeder der Musik herunterläd würde diese auch statt dessen kaufen. Das muss der MI endlich klar werden, und die Umsatzeinbussen kommen von anderer Stelle und sind hausgemacht. Die rechnen immer noch mit den Zahlen aus den 90ern als alle LP Besitzer ihre Musik nocheinmal als CD gekauft haben. Und wenn ein Dinosaurier versucht mit Lobbyarbeit und Klagewellen ein veraltetes System aufrecht zu erhalten müssen die sich nicht wundern wenn das irgendwann auffällt und sogar den "kleinen" Geschworenen klar wird! *MI = Musik Industrie
pseudokater 16.01.2010
2. Überraschend
Zumindest teilweise überrascht mich das Ganze. Abgesehen davon das Betrug eh die falsche Klage wäre, hätte ich doch eigentlich erwartet, dass mal wieder die großen Musikfirmen ihre Lorbeeren einheimsen dürfen.
jensadolf 16.01.2010
3. freispruch für Oink
Das ist ja einmal eine gute Nachricht! Ist das denn Legal das die Gerichte der Staat selbst zumeist auf Seitens der großen Firmen wie Sony steht? Wenn ich ein Auto kaufe dann kann doch nicht der Hersteller das AYuto nach dem Kauf immer noch Ansprüche haben 0der? Wenn ich eine Ware gekauft habe dann ist sie meine und ich kann damit machen was ich will oder? Eben auch tauschen. Die großen Labels verkaufen deswegen weni9ger weil es zu viele Menschen gibt die einfach kein Geld mehr haben. Ich kaufe mir Dinge die ich bezahlen kann und was wichtig ist für mich. Musik gehöhrt nicht dazu. Es ist okey, wenn Firmen ihre Programme durch irgendwelche Tricks kopiersicher machen, aber es ist nicht okey den Staat die Justiz einzuspannen um mehr Geld zu machen. Nun aber sieht man ja wer hier wehm befiehlt was zu tun ist. Mit anderen Worten, der Stzaat die Politik gehöhrt der Wirtschaft
Schwencky, 16.01.2010
4. Urteil ist nur konsequent und richtig
Da hat der Mann von der Plattenindustrie aber reichlich Unrecht. Das Urteil paßt genau zu dem europäische Urheberrechtsverständnis. Der Mann hat ja selbst nichts zum Download angeboten. Daher hat er auch keinerlei Urheberrechtsverletzung begangen. Ob die Leute auf seiner Seite legale Inhalte austauschen, oder illegale hat er ja nicht in Hand. Warum sollte man ihn also verurteilen? Wenn ich eine Sporthalle mit Boxring betreibe, mach ich mich ja auch nicht wegen Beihilfe zur Körperverletzung schuldig (Bsp. ist ein wenig bescheiden wegen der Einwilligungen der Boxer, aber ich denke man weiß, was ich meine.)
Hugh, 16.01.2010
5. Bravo! Es gibt noch Richter in England
Zitat von sysopVerschwörung zum Betrug, lautete die Anklage. Denn einst tauschten 200.000 Mitglieder Dateien über die Website Oink von Alan Ellis - bis die Polizei sein Haus durchsuchte. Doch britische Richter sprachen den Gründer der Filesharing-Seite jetzt frei. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,672255,00.html
und nicht nur Lakaien der "Rechteinhaber" wie in Schweden, wo ein Richter nach dem anderen sich als befangenes Lobbymitglied entpuppt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.