Studie zu Ein-Klick-Hosting Je größer die Datei, desto eher ist sie illegal

Sind Ein-Klick-Hoster wie Megaupload Infrastruktur für illegales Filesharing oder schützenswerte Datendienstleister? Ein internationales Team von Informatikern hat sich mit statistischen Mitteln an die Beantwortung dieser Frage gemacht.
Webseite von Mega: Je größer eine Datei, desto wahrscheinlicher mit problematischem Inhalt

Webseite von Mega: Je größer eine Datei, desto wahrscheinlicher mit problematischem Inhalt

Foto: THOMAS SAMSON/ AFP

Sechs Forscher aus den USA, Frankreich und Australien wollen etwas mehr Fakten in die Debatte über Ein-Klick-Hoster bringen. Diese Dienste, bei denen sich leicht große Datenmengen hochladen und anderen Nutzern zugänglich machen lassen, gelten als Quelle für illegale Kopien urheberrechtlich geschützter Werke. Bislang gab es keine vertrauenswürdigen Schätzungen über den Anteil solcher legitimen und rechteverletzenden Daten. Diese Statistik wollen die sechs Informatiker in ihrem Paper  "Holiday Pictures or Blockbuster Movies? Insights into Copyright Infringement in User Uploads to One-Click File Hosters" liefern.

Für die Untersuchung zogen die Forscher eine Stichprobe von jeweils 1000 zufälligen Dateien bei den sechs untersuchten Filesharing-Anbietern und untersuchten die Dateinamen. Das Ergebnis: Die Datei-Hoster werden von vielen Kunden für illegitimes Filesharing, aber von Millionen Nutzern auch für legale Aktivitäten genutzt.

Den Messungen zufolge liege der Anteil von Urheberrechte verletzenden Dateien bei 26 bis 79 Prozent aller von Nutzern hochgeladenen Dateien. Die Zahlen sind so unscharf, weil bis zu 60 Prozent der untersuchten Dateien anhand des Namens nicht zweifelsfrei einer der Kategorien legitim oder illegitim zugeordnet werden konnten.

Die Forscher schätzen, dass bei der spektakulären Beschlagnahmung der Megaupload-Dateien im Januar 2012 auch mehr als zehn Millionen legitime Dateien aus dem Netz genommen und möglicherweise vernichtet wurden - zumindest 4,3 Prozent aller Megaupload-Dateien. Die Forscher ziehen aus ihrer Statistik dieses Fazit: Je größer eine Datei, desto wahrscheinlicher sei sie problematischen Inhalts.

fko
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.