Ein Sicherheitsrisiko weniger Darum können Sie Adobes Flash-Player getrost deinstallieren

Adobes Flash-Player läuft noch immer auf vielen Computern - dabei braucht man ihn heutzutage kaum noch. Die Software ist mittlerweile in erster Linie ein unnötiges Sicherheitsrisiko.
Download-Seite für den Flash Player

Download-Seite für den Flash Player

Videos, Animationen, Spiele, Werbeanzeigen: Auf Internetseiten brachte diese Dinge jahrelang Adobes Software Flash zum Laufen. Doch die Zeiten haben sich geändert, so auch bei SPIEGEL ONLINE, wo Videos mittlerweile keinen Flash-Player mehr voraussetzen. Maximal bei einzelnen, älteren Inhalten dürften Sie auf unserer Seite heute noch auf Flash-Elemente stoßen.

So ist es auch anderswo im Web, Flash ist aus der Mode - und das zurecht. Denn heutzutage macht die Plattform für Multimediainhalte hauptsächlich durch ständige Sicherheits-Patches  von sich reden: Der Flash-Player ist von vielen Sicherheitslücken geplagt und ist deswegen ein beliebter Weg für Kriminelle, Schadsoftware auf Computer zu schmuggeln. Immer wieder warnen Experten, Browserhersteller und Einrichtungen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Flash.

Besonders Nutzer, die veraltete Versionen des Players installiert haben, sind angreifbar. Schon der Besuch einer Webseite mit manipulierten Flash-Inhalten reicht schlimmstenfalls aus, um schädliche Software auf den Computer zu laden, die persönliche Daten ausleitet oder den Rechner für andere unlautere Aktivitäten missbraucht.

Und auch Datenschutzgründe sprechen gegen Flash: Sogenannte Flash-Cookies erlauben ein Tracking von Nutzern und lassen sich nur schwer entfernen. Zudem lässt sich der Zugriff von Flash auf Webcam und Mikrofon nur unkomfortabel regeln.

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Installation mit Nebenwirkungen

Viele Nutzer treffen auf Flash vor allem als Zusatzprogramm für einen Browser, als sogenanntes Plug-in. Neben den ohnehin schon häufig auftretenden Sicherheitslücken gibt es hier ein weiteres Problem: Nicht alle Browser halten Flash von allein auf dem neuesten Stand. Nutzer müssen hier immer selbst dranbleiben.

Aber es geht auch anders: "Für Google Chrome und die Browser von Microsoft, den Internet Explorer und Microsoft Edge, ist das weniger brisant", sagt Ronald Eikenberg vom Computermagazin "c't". "Diese Browser aktualisieren den Flash-Player automatisch." Windows 10 hat von Haus aus Flash an Bord.

Für Apple-Nutzer stellt sich die Situation noch einmal anders dar: Das iPhone, iPad und der iPod Touch unterstützen überhaupt kein Flash. Und auf den Mac-Computern des Unternehmens müssen Nutzer Flash in Eigenregie einrichten, wenn sie es denn haben wollen. Dabei stoßen Windows- und Mac-Nutzer aber regelmäßig auf Unannehmlichkeiten: So wird unachtsamen Nutzern bei der Installation von Flash zum Beispiel teilweise gleich noch weitere Software untergeschoben.

Einige Browser blocken Flash-Inhalte

Ein Glück also, dass das Web so langsam über Flash hinweg ist. Einige Browser blocken heute sogar standardmäßig Flash-Inhalte. "In Google Chrome und Microsoft Edge werden die meisten Flash-Inhalte erst mal blockiert und im Firefox kann man diese Funktion zumindest einschalten", sagt Ronald Eikenberg. Auch das BSI rät dazu, solche sogenannten aktiven Inhalte als Standard zu deaktivieren.

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Aber was ist, wenn man einmal eine Website aufruft, die noch nicht ohne Flash funktioniert? "Sollte man wirklich eine Webseite haben, die man unbedingt nutzen will und die es nur mit Flash gibt, dann würde ich die in Chrome oder einem Chrome-basierten Browser angucken", rät Informatiker Jörg Geiger vom Fachmagazin "Chip". Dort kann man Flash dann für diese Seite ausnahmsweise erlauben. Microsoft Edge unter Windows 10 bietet diese Funktion auch.

"Letztlich kann man sagen, dass der Flash-Player zur Steinzeit-Technologie gehört", bilanziert Ronald Eikenberg von der "c't". Mit HTML 5 ist schließlich ein Nachfolger da, der sich immer weiter ausbreitet und der bereits auf vielen Websites für Videos, Audio oder dynamische Grafiken genutzt wird. YouTube etwa lässt sich mittlerweile ganz ohne Flash-Player nutzen.

2020 reicht es auch Adobe

Kann man die Adobe-Software also einfach vom Rechner entfernen? Ja, kann man, sagt Jörg Geiger von "Chip". Adobe hält dafür auch direkt ein Deinstallationsprogramm zum Download  bereit.

Nennenswerte Probleme - abgesehen davon, dass manch eine Webseite nicht mehr vollständig funktionieren könnte - bekommt man dadurch nicht, außerdem hat man ohne Flash-Player ein Sicherheitsrisiko weniger auf dem Rechner.

Eine große Zukunft hat die seit den Neunzigerjahren genutzte Flash-Technologie ohnehin nicht mehr vor sich. Adobe will die Unterstützung für die Plattform Ende 2020 auslaufen lassen - spätestens dann sollte man die zugehörige Software wirklich nicht mehr nutzen.

Maximilian Konrad, dpa/mbö
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