FBI deckt auf Sechs Jahre Haft für die Suche nach einem Auftragsmörder im Darknet

Eine 51-Jährige aus Florida wollte die Frau ihres Ex-Partners töten lassen. Sie hatte online einen Killer gesucht und war dabei erst auf Betrüger und dann auf einen verdeckten Ermittler hereingefallen.
Tod durch Erschießen für 5000 Dollar? Solche vermeintlichen Angebote auf Darknetseiten sind oft Betrugsmaschen.

Tod durch Erschießen für 5000 Dollar? Solche vermeintlichen Angebote auf Darknetseiten sind oft Betrugsmaschen.

Foto: Silas Stein/ dpa

DeAnna Marie Stinson aus Tampa, Florida, muss für sechs Jahre ins Gefängnis und mehr als 12.000 Dollar Strafe und Entschädigung zahlen. Ein Bezirksrichter verurteilte die 51-Jährige für den Versuch, im Darknet einen Auftragsmörder zu finden, der die Ehefrau ihres Ex-Partners töten sollte.

Auf welcher Website Stinson den Killer anheuern wollte, wurde vor Gericht nicht gesagt. Einer Mitteilung des US-Justizministeriums  zufolge handelte es sich aber um eine Seite, auf der ausschließlich solche kriminellen Dienste angeboten wurden.

»Tod durch Erschießen« sollte 5000 Dollar kosten, ein Scharfschütze sogar 20.000 – das zeigten Screenshots der Seite, die die Staatsanwaltschaft vor Gericht präsentierte. Betrieben wurde das Angebot allerdings offenbar von Betrügern – was oftmals der Fall ist. Denn Stinson schrieb mehrfach ins Forum der Seite, dass sie einen »Job« in Florida zu vergeben habe, inklusive Namen, Adresse und Foto der Frau. »Nicht zu Hause tun. Jeder andere Ort ist in Ordnung«, schrieb sie unter anderem. Und: »Muss im Juli passieren – am besten zwischen dem 5. und 11.« Zudem überwies sie in insgesamt fünf Bitcoin-Transaktionen umgerechnet rund 12.000 Dollar an die Seitenbetreiber.

Antworten erhielt sie nicht. Dafür wurde das FBI auf die Foreneinträge aufmerksam. Ein verdeckter Ermittler kontaktierte Stinson daraufhin und gab sich als Auftragsmörder aus. Am Telefon sagte er ihr, er werde es wie einen Raubüberfall aussehen lassen. Er versicherte sich zudem, dass sie wirklich wollte, dass der Auftrag ausgeführt wird – was Stinson bejahte. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und vor Gericht abgespielt. Außerdem konnten die Ermittler die Bitcoin-Überweisungen an die Seitenbetreiber nachvollziehen, schließlich werden alle Transaktionen in der Blockchain für jedermann sichtbar gespeichert.

Richter Steven Merryday sagte der Zeitung »The Tampa Bay Times« zufolge , er fühle sich, als ob er zwei Menschen verurteile: eine hochgebildete, erfolgreiche und kirchlich engagierte Geschäftsfrau und eine so berechnende wie dreiste Person, die unbedingt jemanden töten lassen wollte.

pbe
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