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Foto-Algorithmus: So funktioniert der Bilder-Check

Foto: SPIEGEL ONLINE/ MIT

Forschungsprojekt Wie Ihre Fotos unvergesslich werden

US-Forscher haben eine Software entwickelt, die bewerten soll, wie gut sich Menschen ein Bild einprägen können. Mit einem Online-Tool kann man das sogar an den eigenen Fotos ausprobieren.

Nie mehr langweilige Fotos zeigen, sondern nur noch tolle Bilder, die auf Instagram Eindruck schinden - die Erfüllung dieses Wunsches rückt mit einer Erfindung von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) näher. Das Team um Aditya Khosla fütterte eine Datenbank mit 60.000 Fotos, die von 5000 Probanden auf ihre Beliebtheit und ihren emotionalen Einfluss eingestuft worden waren .

Auf Basis der so gewonnenen Daten trainierten die Forscher eine KI-Software. Die Künstliche Intelligenz sollte lernen, die Faktoren zu erkennen, die den menschlichen Bewertungen zugrunde liegen.

Bei der Entwicklung ihrer KI setzten die Wissenschaftler auf das sogenannte Deep Learning. Dabei geht es um die Analyse großer Datenmengen und das Erkennen darin verborgener Muster. So konnte das Programm eigenständig neue Konzepte zur Bewertung von Bildern ableiten. Im Ergebnis sollte die Software Bilder so bewerten können, wie es Menschen tun würden.

Mitte Dezember zeigte das Forscherteam auf einer Fachkonferenz  dann, wie das System anhand seiner Bildanalyse einen Erinnerungswert ableiten kann. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Bildkategorien offenbar unterschiedlich stark im Gedächtnis haften bleiben. An Tiere erinnert man sich demnach besser als an Menschen. Außenaufnahmen, egal ob Naturbilder oder Stadtfotos, sind weniger fesselnd. Nackte Haut und menschliche Gesichter prägen sich wiederum besonders fest ein. Einfach aufgebaute Bilder sind auch besser zu behalten.

Welche Bildbereiche werden besonders oft angeschaut?

Die Forscher stellten fest, dass Bilder schneller vergessen werden, je mehr Objekte darauf abgebildet sind. Das gelte jedoch nicht für Fotos von Menschen: "Das legt nahe, dass Menschen zu den unvergesslichsten Motivkategorien gehören."

Zur Veranschaulichung produziert der Algorithmus für jedes Bild eine Heatmap. Die zeigt, welche Bildbereiche besonders oft angeschaut wurden beziehungsweise für die Verankerung im Gedächtnis eine wichtige Rolle spielen.

Wer mag, kann nun seine eigenen Fotos vom MIT-Rechner darauf überprüfen lassen, wie gut sie sich einprägen . Dazu haben die Forscher eine Demo-Website eingerichtet.

Mit dem Schieberegler unter dem Bild kann man dort zwischen Originalbild und dessen Heatmap wechseln. Ein wenig Geduld sollte man mitbringen - aber es handelt sich auch um ein kostenloses Angebot.

meu
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