Vorwürfe gegen Foxconn Praktikanten müssen Playstation 4 zusammenschrauben

Der chinesische Hersteller Foxconn hat laut Medienberichten tausend IT-Studenten am Fließband arbeiten lassen. Zumindest Überstunden und Nachtschichten hat das Unternehmen nun nach eigenen Angaben unterbunden.

Playstation-Werbestand: Vorwürfe gegen den chinesischen Hersteller
REUTERS

Playstation-Werbestand: Vorwürfe gegen den chinesischen Hersteller


Ihr Betriebspraktikum haben sich die chinesischen IT-Studenten bestimmt anders vorgestellt: Tausend angehende Ingenieure der Xi'an University of Technology haben bei einem Partnerprogramm mit dem Zulieferer Foxconn nicht etwa in die Entwicklungsabteilung reingeschnuppert, sondern am Fließband die Komponenten der Sony Playstation 4 zusammengebaut. Das berichtet das Wirtschaftsportal "Quartz" und bezieht sich auf Informationen der Zeitung "Hong Kong's Oriental Daily" und des Spieleportals "Tencent Games".

Im Juli dieses Jahres waren die tausend angehenden Ingenieure zu einem Sommerpraktikum beim chinesischen Zulieferbetrieb Foxconn aufgebrochen. Das Ziel: Sie sollten Erfahrungen bei der Arbeit am Fließband sammeln. Den Berichten zufolge war das Programm für die Studenten allerdings nicht ganz freiwillig. Wer sich weigerte, dem habe die Universität wichtige Punkte aberkannt, die nötig sind, um das Studium zu bestehen.

Offenbar haben die Studenten entgegen den Konzernrichtlinien bei Foxconn sogar Überstunden und Nachtschichten eingelegt, um die Teile der Spielkonsole zusammenzubauen. Das habe der Betrieb jedoch nach einer internen Untersuchung unterbunden, erklärte Foxconn gegenüber "Quartz". Man habe "sofortige Maßnahmen unternommen, um das Studentenprogramm mit dem Kodex und den Richtlinien des Konzerns abzustimmen".

Der Elektronikbetrieb Foxconn baut neben der Playstation 4 auch Komponenten für Geräte des US-Elektronikkonzerns Apple zusammen, unter anderem iPhones und iPads. Vor allem im Zusammenhang mit Apple ist Foxconn in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Mai wurde der Betrieb von einer Selbstmordserie erschüttert, die Arbeitsschutzorganisation China Labor Watch prangerte zuletzt mehrmals die niedrigen Löhne und die gefährlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken an.

Laut China Labor Watch liegen die Grundlöhne in bestimmten Werken weit unter dem Durchschnitt, die Mitarbeiter machten zu viele Überstunden und die Hinweise zum Umgang mit gefährlichen Maschinen seien unzureichend.

jbr



insgesamt 10 Beiträge
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braamsery 11.10.2013
1. Wow
Hab ich da einen Sack Reis umfallen hören? Mal ehrlich, Studenten haben es hier bei Praktika meist besser, aber ein normaler Praktikant muss selbiges machen. Und wenn wir China jetzt mit uins vergleichen, gute Nacht.
Aguilar 11.10.2013
2.
Vor mehreren Jahren und unter anderen Umständen wäre sofort ein Boykottaufruf rausgegangen. Bei Apple & Co. scheint die eigene Billigheimer-Mentalität verbunden mit der Haltung, alles haben zu wollen, zu obsiegen. Oder sind Apple & Co. links?
swnf 11.10.2013
3. Foxconn?
Zitat von sysopREUTERSDer chinesische Hersteller Foxconn hat laut Medienberichten tausend IT-Studenten am Fließband arbeiten lassen. Zumindest Überstunden und Nachtschichten hat das Unternehmen nun nach eigenen Angaben unterbunden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/foxconn-laesst-studenten-die-playstation-4-produzieren-a-927336.html
Seit wann heißt Foxconn wieder Foxconn und nicht mehr Apple-Zulieferer? Gut, in diesem Fall jetzt müsste es ja eigentlich Sony-Zulieferer heißen...
xxbigj 11.10.2013
4.
Ganz ruhig!! Habe gerade erst für 110 Euro Fifa 14 und GTA V gekauft. Die PS4 kann bis nächstes Jahr warten. Diese Geldgeier;)
moev 11.10.2013
5.
Zitat von xxbigjGanz ruhig!! Habe gerade erst für 110 Euro Fifa 14 und GTA V gekauft. Die PS4 kann bis nächstes Jahr warten. Diese Geldgeier;)
Keine Sorge, für 30€ dürfen Sie die beiden Titel dann nachträglich upgrade :)
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