Nach Schulstart Frankreich rätselt über Mobbing gegen im Jahr 2010 geborene Kinder

Auf TikTok und Instagram: Seit Schulbeginn werden in Frankreich Kinder mit Geburtsjahr 2010 oder 2011 unter dem Hashtag #Anti2010 gemobbt. Grund dafür ist wohl ein sehr erfolgreiches Videospiel.
Kinder, die 2010 und 2011 geboren wurden, werden in Frankreich gemobbt (Symbolbild)

Kinder, die 2010 und 2011 geboren wurden, werden in Frankreich gemobbt (Symbolbild)

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LOUIS CHRISTIAN / imago images / Westend61

Mobbing und Stimmungsmache gegen Zehn- und Elfjährige haben in Frankreich Kritik und Verwirrung ausgelöst. Im Mittelpunkt der Debatte steht dabei der Hashtag #Anti2010, der sich gegen Kinder richtet, die 2010 geboren wurden. Das Phänomen müsse man sehr ernst nehmen, sagte die Vorsitzende des Vereins E-enfance zum Schutz von Kindern im Internet, Justine Atlan, dem französischen Sender France Info.

Drohungen auf TikTok

Mit dem Schuljahresbeginn Anfang September haben zahlreiche Kinder des 2010er-Jahrgangs am Collège angefangen. Medienberichten zufolge werden sie dort nun von älteren Mitschülerinnen und Mitschülern geärgert. In den sozialen Medien und besonders auf der Plattform TikTok werde ihnen auch gedroht.

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer rief ältere Kinder nun dazu auf, die Neuen am Collège nett zu empfangen. Zu der Mobbingkampagne sagt er: »Das ist natürlich vollkommen dumm.« Als Gegenaktion rief er den Hashtag #BienvenueAux2010, also »Herzlich willkommen, 2010er«, ins Leben. Schulen wurden vor dem Phänomen gewarnt.

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Auf der Suche nach den Gründen

Indes versucht Frankreichs ältere Generation die Ursprünge der Anfeindungen zu verstehen. Wie der französische Sender BFMTV berichtete, geht es dabei um das Computerspiel »Fortnite«. Jüngere Spielerinnen und Spieler sollen sich dort an einige Regeln nicht gehalten haben, ältere nähmen ihnen das übel. Der Zeitung »Le Parisien«  zufolge spielt auch ein Lied der jungen Sängerin »Pink Lily« eine Rolle. In »Pop it Mania«  singt das Mädchen unter anderem »Wir sind die Queens von 2010« sowie »2010 geboren und schon bei allen Trends dabei«. Die Zeilen seien eine Anspielung auf die Streitereien in der Gamingszene, schrieb die Zeitung. Mit dem Videoclip seien die Anfeindungen auch außerhalb der Szene Thema geworden.

jsp/dpa
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