Umgang mit Cookies Frankreich verhängt Millionenstrafen gegen Facebook und Google

Insgesamt 210 Millionen Euro sollen die beiden Unternehmen zahlen. Für Google ist es nicht die erste Strafzahlung in dieser Größenordnung.
Apps von Google und Facebook auf einem Smartphone

Apps von Google und Facebook auf einem Smartphone

Foto: Denis Charlet / AFP

Frankreichs Datenschutzbehörde hat Bußgelder in Millionenhöhe gegen Google und Facebook verhängt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Begründung der CNIL  (Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés) heißt es, Nutzerinnen und Nutzern sei es auf den Webseiten der beiden Unternehmen schwerer gemacht worden, die Nutzung von Cookies abzulehnen, als diese anzunehmen. Google soll deshalb insgesamt 150 Millionen Euro zahlen. Im Fall von Facebook sind es 60 Millionen Euro.

Cookies sind kleine Datensätze, die Webseiten auf den Computern von Besuchern hinterlegen, um sie später schneller wiedererkennen zu können. Mit ihrer Hilfe können individuelle Profile erstellt werden, die weitreichende Rückschlüsse über Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten zulassen. Dieses Wissen wird dann etwa für personalisierte Werbung herangezogen.

Die CNIL monierte, dass auf den Seiten google.fr, facebook.com und youtube.com Cookies mit nur einem Klick angenommen werden könnten, aber mehrere Klicks notwendig seien, um sie abzulehnen. So werde die Entscheidung zugunsten der Annahme von Cookies verzerrt.

Dies beeinträchtige die Einwilligungsfreiheit und verstoße gegen französisches Recht. Die Plattformbetreiber haben nun drei Monate Zeit, um die Art und Weise, wie sie Nutzerinnen und Nutzern die Zustimmung oder Ablehnung von Cookies ermöglichen, in Frankreich anzupassen. Für jeden Tag Verspätung werde ein Zwangsgeld in Höhe von 100.000 Euro fällig.

Frankreich verhängte wiederholt Rekordstrafen

»Wir überprüfen die Entscheidung der Behörde und werden weiterhin mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten«, sagte eine Sprecherin des Facebook-Mutterkonzerns Meta. Zudem würden Facebooks »Mechanismen für die Cookie-Einwilligung den Menschen mehr Kontrolle über ihre Daten geben, einschließlich eines neuen Einstellungsmenüs auf Facebook und Instagram, in dem die Menschen ihre Entscheidungen jederzeit überprüfen und verwalten können.«

Ein Google-Sprecher erklärte: »Die Menschen vertrauen darauf, dass wir ihr Recht auf Privatsphäre respektieren und für ihre Sicherheit sorgen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, dieses Vertrauen zu schützen, und verpflichten uns zu weiteren Änderungen und einer aktiven Zusammenarbeit mit der CNIL«.

Frankreichs Datenschutzbehörde hat Google bereits mehrfach zu hohen Bußgeldern verdonnert. Im Januar 2019 sollte das Unternehmen wegen mangelnder Transparenz 50 Millionen Euro zahlen. Im Dezember 2020 wurde dem Unternehmen wegen seines Umgangs mit Cookies eine Strafe in Höhe von 100 Millionen Euro aufgebrummt.

mak/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.