Gates-Besuch Bundesländer kooperieren mit Microsoft

Mit Hilfe des Softwarekonzerns Microsoft wollen sich Niedersachsen und Bremen zu Multimedia-Hochburgen entwickeln. Zur Besiegelung der umstrittenen Partnerschaft reiste Bill Gates persönlich an.


Krawatte als Begrüßungsgeschenk: Gates (r.), Scherf
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Krawatte als Begrüßungsgeschenk: Gates (r.), Scherf

Neuss/Hannover/Bremen - Der Milliardär und Gründer des US-Softwarekonzerns war am Donnerstag im nordrhein-westfälischen Neuss eingetroffen. Dort traf er sich mit Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel und Bremens Bürgermeister Henning Scherf (beide SPD), um die Rahmenvereinbarungen für die Kooperation zu unterzeichnen.

Die Abmachung umfasst unter anderem die Bereiche Bildung, E-Commerce und Wissenschaft und soll die breite Nutzung des Internets vorantreiben. So sollen etwa die Schulen flächendeckend ans Internet angeschlossen werden. Gabriel begrüßte ausdrücklich, dass sich Microsoft neben der Mitgliedschaft im Verein "N 21 - Schulen in Niedersachsen Online" in einer sehr viel weiter gehenden Kooperation mit dem Land engagieren werde.

Nach dem Vertrag werden das Land Niedersachsen und Microsoft Deutschland in den nächsten fünf Jahren insgesamt zehn Millionen Mark für die Förderung von innovativen Multimedia-Anwendungen und Entwicklungen bereitstellen. Die Bremer Microsoft-Partnerschaft wird Bestandteil der Landesinitiative zur Informations- und Mediennutzung "Bremen in T.I.M.E.". Sie ist ebenfalls auf zunächst fünf Jahre in einem Umfang von bis zu zehn Millionen Mark vereinbart.

Die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer mit dem US-Konzern ist umstritten. Kritiker werfen Bremen und Niedersachsen vor, sich mit der Kooperation voreilig sich auf Produkte und Technologien von Microsoft festzulegen, selbst wenn offene Systeme wie das freie Betriebssystem Linux für bestimmte Aufgaben besser geeignet seien.

Ministerpräsident Gabriel erhofft sich dagegen von der Kooperation "neue Impulse und Anregungen für den Weg Niedersachsens in das Informationszeitalter". Bremens Bürgermeister Scherf erklärte im Vorfeld, mit Microsoft habe man die "internationale Top-Adresse der Informations- und Kommunikationstechnologie" gewonnen. Zur Bekräftigung seiner Hochachtung schenkte Scherf dem Microsoft-Gründer spontan seine dunkle Krawatte. "Die ist gediegener", meinte der Bremer mit Blick auf den gelben Binder des prominenten Besuchers.



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