Gauner-Abbuchungen So ist der Lastschriftmissbrauch zu stoppen

4. Teil: Kann ich einer Abbuchung auch später noch widersprechen?


Unberechtigt eingezogenen Lastschriften können Kontoinhaber in einer recht lange bemessenen Frist widersprechen. Die Berliner Verbraucherzentrale rät aber dringend dazu, das binnen sechs Wochen nach Abbuchung zu tun. In dieser Frist könnten laut den Verbraucherschützern Lastschriften "ohne weiteres zurückgegeben werden. Das kostet nichts und muss auch nicht begründet werden".

Ein späterer Widerruf sei hingegen meist problematisch. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken steht zwar, dass Lastschriften mit Einzugsermächtigung bis zu sechs Wochen nach Erhalt des Rechnungsabschlusses, also zum Ende eines Quartals storniert werden können. Doch, so warnt die Berliner Verbraucherzentrale, hat sich der Kontoinhaber bei der "Rückgabe unnötig viel Zeit gelassen, muss er mit Schadensersatzforderungen der Bank rechnen. Denn falsche Lastschriften müssen nach den AGB der Banken unverzüglich reklamiert werden, damit diese nicht selbst darauf sitzenbleiben."

Der dringende Rat der Verbraucherschützer ist also, mindestens alle zehn Tage alle Kontobewegungen zu prüfen und unberechtigte Lastschriften sofort, nicht später als sechs Wochen nach Abbuchung zu widerrufen.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version des Artikels erweckt den Eindruck, dass auch unberechtigte Buchungen vom eigenen Konto binnen drei Monaten nach Rechnungsabschluss zurückgebucht werden können. Bei ungenehmigten, betrügerischen Lastschriften gilt diese Rückbuchungsfrist nicht. Verbraucherschützer Frank-Christian Pauli erklärt: "Fehlt die Einzugsermächtigung, haben wir es technisch gar nicht mehr mit einer Lastschrift zu tun und unberechtigte Buchungen kann man auch später zurückweisen, beziehungsweise gelten die formal einfach nicht. Banken können sich derartige unberechtigte Buchungen ebenfalls nach ihren eigenen Verträgen bei der Bank, die den Lastschrifteinzug entgegengenommen hat, über die Frist hinaus zurückholen. Damit man aber nicht Gefahr läuft, mit einem Schadenersatzanspruch konfrontiert zu werden, weil den Banken das Geld ja auch verloren geht, wenn es dann ausbezahlt wurde und man selbst viel früher auf die falsche Buchung hätte hinweisen können, sollte niemand so eine Meldung auf die lange Bank schieben."



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