Gauner-Abbuchungen So ist der Lastschriftmissbrauch zu stoppen

6. Teil: Wird die Lastschrift reformiert?


Unabhängig von den aktuellen Problemen hat die EU schon längst ein neues europäisches Lastschriftverfahren auf den Weg gebracht. Die Mitgliedstaaten müssen es nach eigenem Recht bis zum November 2009 einführen. Dieses sogenannte Sepa-Lastschriftverfahren halten Verbraucherschützer vom Ansatz her für sicherer als das deutsche System. Frank-Christian Pauli vom VZBV urteilt: "Wie viel Sicherheit die Sepa-Lastschrift tatsächlich bringt, werden wir frühestens 2010 sehen. Aber nach heutigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass der Lastschriftmissbrauch dadurch erheblich zurückgehen wird."

Bei der Sepa-Lastschrift ist weit strenger vorgegeben, wie die Erlaubnis, eine Kontoabbuchung auslösen zu dürfen, auszusehen hat. Verbraucherschützer Pauli: "Telefonisch geht das dann - anders als das zum Teil heute praktiziert wird - gar nicht mehr." Diese Einzugsermächtigung muss beim Sepa-Verfahren registriert und als Datensatz mit der Buchung mitgeleitet werden.

Außerdem bekommt beim Sepa-Lastschriftverfahren jeder Abbucher eine europaweit gültige eindeutige Identifikationsnummer. Der Vorteil dabei laut Verbraucherschützer Pauli: "Wir gehen davon aus, dass Banken anhand dieser Nummern prüfen werden, bei welchen Abbuchern es überdurchschnittlich viele Widersprüche gibt. Es liegt ja auch im wirtschaftlichen Interesse der Banken, etwas gegen fehlerhafte und vor allem auch betrügerische Abbuchungen zu tun."



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