Gebraucht und günstig Die schönsten Kamera-Oldtimer für die Fotochemie

2. Teil: Nikon F3 - eine für fast alle Objektive


Kamera-Oldies / Nikon F3
Konrad Lischka

Kamera-Oldies / Nikon F3

Die Nikon F3 wurde trotz anfänglicher Skepsis der Elektronikverächter zu einer der am längsten in Serie gefertigten Kameras. Von 1980 bis 2001 verkaufte Nikon dieses Modell. Wer heute auf Film fotografiert, kann mit einer gebrauchten Nikon F3 noch Jahre lang Kleinbildfilme belichten, zahlt im besten Fall für einen gut erhaltenen Nikon-Oldtimer weniger als für eine neue Kompaktkamera wie die LC-A der Lomographischen Gesellschaft.

Vorteile: Zeitautomatik, Objektivvielfalt

Die Vorteile der Nikon F3: Man hat einerseits beim Experimentieren mit verschiedenen Einstellungen, Filmen (Infrarot!), Objektiven und Filtern einen extrem großen Gestaltungsspielraum, muss aber andererseits nicht alles manuell einstellen.

Die Zeitautomatik der F3 ist zuverlässig und sehr benutzerfreundlich: Am Blendenring des Objektivs stellt man die gewünschte Blendenöffnung ein (kleine Blendenzahl für eine sehr selektive Schärfe, um bestimmte Motive hervorzuheben und den Rest der Aufnahme in Unschärfe verschwimmen zu lassen), die Kamera stellt die passende Belichtungszeit ein. Fokussieren muss man manuell - für Kindergeburtstage, Hochzeiten oder derlei ist die F3 also nicht unbedingt die Kamera der Wahl.

Preis: 130 Euro fürs Gehäuse, 50-mm-Festbrennweiten ab 90 Euro

Die Spiegelvorauslösung der F3 hilft, Verwacklungsunschärfe bei bestimmten Aufnahmesituationen (Makrofotografie zum Beispiel) zu vermeiden. Neben dem großen Angebot an Ersatzteilen (sollten Sie denn einmal nötig sein), spricht vor allem der Objektivanschluss für die F3: An das F-Bajonett kann man so gut wie jedes seit 1959 gefertigte Nikon- oder Nikon-kompatible Objektiv mit Blendenring anschließen. Dank des großen Angebots sind Gebrauchtpreise für die F3 und passende Objektive sehr gut. Ein gebrauchtes, tadellos funktionierendes F3-Gehäuse sollte man bei Ebay für höchstens 140 Euro kaufen, ein Nikon 50mm f/1.8 Objektiv für 90 Euro.

Eine gute Übersicht der Gebrauchtpreise findet man im DSLR-Forum in diesem Thread. Eine Übersicht der komaptiblen Ojektive gibt Fotograf Ken Rockwell - ein paar Tipps für günstige, aber gute Nikon-Objekive findet man ebenfalls auf seinen Seiten. Wer ein Handbuch für die gebrauchte F3 sucht, findet auf Nikonf3.com digitalisierte Anleitungen.

insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nikkorex 29.12.2009
1. Yashica 124
Zitat von sysopEine Spiegelreflex für den Preis eines guten Abendessens - das gibt's! Wer auf Film fotografiert und Kameras gebraucht kauft, kann für wenig Geld mit Objektiven, Kleinbild- und sogar Mittelformat-Material experimentieren. SPIEGEL ONLINE stellt die Foto-Schnäppchen vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,669259,00.html
Mit der Yashica 124 hatten Sie bereits das letzte Exemplar dieser viel gebauten Kameraserie erwischt. Die Japaner begannen bereits in den Dreissiger Jahren, die erfolgreichen Zweiäugigen aus dem Deutschen Reich zu kopieren, zuerst Minolta, mit Unterstützung deutscher Techniker, dann Mitte der Fünfziger fast invasionsartig. Bereits 1954 erschien das erste Modell mit Yashica-Schriftzug (vorher noch Yashima), Mitte der Sechziger gab es deshalb bei Rollei erste Entlassungen, vor allem der lukrative US-Markt ging für die Braunschweiger immer mehr verloren. Der Grund: Die Japaner verwöhnten nicht nur durch niedrige Preise, sondern brachten auch moderne Technik mit, beispielsweise Minolta mit der Autocord-CDS (moderne CdS-Belichtungsmessung), Rollei konnte nur Selenmessung bieten, außerdem weigerten sich die Rollei-Bosse, eine Kamera mit "echten Wechselobjektiven" anzubieten! Das erledigte dann Mamiya, zuerst gab es da auch nur Rollei-Nachbauten, aber ab 1956 erschien die erste Zweiäugige (Mamiyaflex) mit einem ganzen Rattenschwanz auswechselbarer Objektive - immer zwei Stück miteinander verbunden. Dazu auch noch leicht zu wechseln! Da schaute Rollei (neben Leica der Standardausrüster deutscher Pressefotografen) ganz schön in die Röhre! Rollei konterte noch mit einer "echten einäugigen Systemkamera" (Rolleiflex SL66) und bedrängte damit Hasselblad, aber so richtig erfolgreich wurde sie auch nicht. Übrigens: Für die Yashica 124 erschienen auch Vorsätze als Weitwinkel- und Teleobjektiversatz, die Abblildungsleistung hielt sich aber in Grenzen. Dieses Jahr meldete Rollei die Insolvenz an - wirklich sehr traurig für alle Rollfilmfans, aber wer den digitalen Anschluß verpasste, blieb "auf der Strecke!" Peter Braczko, Gladbeck, Fotofachbuchautor
RogerT 29.12.2009
2. Wehmut...
Wehmut überkommt mich bei diesem Artikel. Mit der F3 habe ich Mitte der 1980er Jahre mein Geld verdient. Die Kamera war so robust, mit könnte man Nägel in die Wand schlagen und die hinterher damit fotografieren... Später bin ich zur digitalen SLR gekommen und habe dann noch recht viel für die F3 bekommen; für heutige €130.- hätte ich die nie verkauft; inzwischen bereue ich es manchmal, sie überhaupt verkauft zu haben - Wehmut halt...
Knütterer, 29.12.2009
3. Schnief...
Zitat von sysopEine Spiegelreflex für den Preis eines guten Abendessens - das gibt's! Wer auf Film fotografiert und Kameras gebraucht kauft, kann für wenig Geld mit Objektiven, Kleinbild- und sogar Mittelformat-Material experimentieren. SPIEGEL ONLINE stellt die Foto-Schnäppchen vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,669259,00.html
... da ich von 1970-1974 mein Marketing-"Handwerk" bei der damals legendären Marke POLAROID verfeinern konnte, habe ich aus dieser Zeit viele Kameras und Dummies retten können. Die POLAS sind bis auf eine SX-70 der ersten Serie alle per eBay zu guten Preisen in Sammlerhände gelangt. Eine Yashica 124 "G" habe ich noch in meinem Besitz und aus den Ruinen der Kamerawerke in Görlitz gibt es noch Objektive von 22-500mm ;-) . Dagegen ist der angesagte Digital-Kram einfach seelenlos !
C.Jung 29.12.2009
4. technische Leckerbissen
Zitat von RogerTWehmut überkommt mich bei diesem Artikel. Mit der F3 habe ich Mitte der 1980er Jahre mein Geld verdient. Die Kamera war so robust, mit könnte man Nägel in die Wand schlagen und die hinterher damit fotografieren... Später bin ich zur digitalen SLR gekommen und habe dann noch recht viel für die F3 bekommen; für heutige €130.- hätte ich die nie verkauft; inzwischen bereue ich es manchmal, sie überhaupt verkauft zu haben - Wehmut halt...
Ja, ich hab meine nie verkauft und gegen ein D3-Trumm wirkt sie wie eine elegante Diva; obwohl ich sie damals als eher klotzig empfand. Auf den Konfort einer digitalen DSLR will ich aber nicht mehr verzichten und die Bildqualität ist auch eher noch besser.
Patina, 29.12.2009
5. Leica?
Zitat von C.JungJa, ich hab meine nie verkauft und gegen ein D3-Trumm wirkt sie wie eine elegante Diva; obwohl ich sie damals als eher klotzig empfand. Auf den Konfort einer digitalen DSLR will ich aber nicht mehr verzichten und die Bildqualität ist auch eher noch besser.
Jaa, die F3 wäre eine feine Sache, die noch eingefrorenen Filme mal raus zu holen, die D700 Pause machen zu lassen und zu sehen, was die neuen Objektive mit Film so können. Technische Leckerbissen gibt es allerdings auch anderswo zuhauf: Minolta XD7 zum Beispiel, neulich für 25,- auf dem Flohmarkt geauft und ein 50/1.4 dazu für das Gleiche über Ebay. Oder gleich das "Original", die alten Leicas. R5, R6, da komm ich richtig ins schwärmen und die Objektive sind auch nach heutigen Massstäben allererste Sahne. Mit Adapter können sie auf modernen DSLRs zeigen, wozu sie in der Lage sind. Nostalgie ist also auch digital möglich...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.