Gebrauchtmarkt Amazon tauscht Bücher gegen Gutscheine

Alte Bücher gegen neue Ware: Der Online-Versandhändler Amazon bietet an, bestimmte Bücher gegen Gutschriften einzutauschen. "Trade-In" heißt der neue Service, der es mit bereits bestehenden Angeboten aufnehmen will - in einigen Fällen allerdings vergeblich.

Amazon-Messestand: "Feuchtgebiete" will der Online-Händler nicht zurück haben
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Amazon-Messestand: "Feuchtgebiete" will der Online-Händler nicht zurück haben


Hamburg - Amazon hat für den privaten Verkauf gebrauchter Bücher einen neuen Dienst gestartet. Über den "Trade-In"-Service können Kunden ihre gebrauchten Bücher einschicken und erhalten eine Gutschrift in Höhe eines vorgegebenen Festpreises. Voraussetzung ist, dass die Bücher in gutem Zustand sind und nur wenige Gebrauchsspuren aufweisen. Der Versand über DHL ist bereits eingepreist, dazu müssen vorfrankierte Etiketten ausgedruckt werden.

Amazon kann die Nachfrage und den Gebrauchtpreis eines Buchs dank der Vielzahl seiner Kunden recht einfach bestimmen - und verdient nicht nur an dem Verkauf des gebrauchten Buches, sondern ein weiteres Mal, wenn der Gutschein vom Verkäufer eingelöst wird. In Verbindung mit dem Großkunden-Rabatt für den Lieferdienst der Deutschen Post, die den Versand übernimmt, kann Amazon gute Preise anbieten.

Zumindest theoretisch: In einem ersten Kurztest mit drei zufällig ausgewählten Titeln unterlag das Amazon-Angebot in allen Fällen der Konkurrenz. Die gebundene Ausgabe von Michel Houellebecqs "Karte und Gebiet" sollte - in gutem Zustand - eine Gutschrift in Höhe von 10,20 Euro einbringen. Neu kostet das Buch 22,99 Euro. Auf Momox.de, einem deutschen Start-up, wurden für das Buch hingegen 14,05 Euro angeboten. Auch hier ist der Versand inklusive.

Außerdem ist Amazon wählerisch: Die vergleichsweise günstigen Taschenbücher "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche und "Fleckenteufel" von Heinz Strunk will das Unternehmen offenbar nicht zurück haben, sie fehlen in der Auflistung. Der Wettbewerber Momox.de bietet für "Feuchtgebiete" 4,26 Euro, für "Fleckenteufel" immerhin noch 1,59 Euro.

Bislang gab es bei Amazon bereits die Möglichkeit, zu einem existierenden Angebot das eigene gebrauchte Buch für einen selbst gesetzten Preis dort anzubieten. Der Amazon-Service konkurriert auch mit bereits existierenden Angeboten von Händlern, die bislang über die Amazon-Plattform ihre Bücher verkaufen.

dpa/ore

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insgesamt 13 Beiträge
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MikeNaeheHamburg 16.08.2011
1. Nett .. mach ich aber nicht mit
Bevor ich amazon dazu verhelfe, noch mehr Geld mit immer ausgeklügelteren Systemen zu verdienen, gebe ich meine Bücher dorthin, wo sie hingehören: zu Oxfam!
archie, 16.08.2011
2.
Ich kann dem Gebrauchthandel mit seinen Micro-Beträgen nichts abgewinnen. Der Aufwand lohnt sich nicht. Bei mir landen nicht mehr benötigte Bücher im Altpapier.
Nania 16.08.2011
3. Bücher im Altpapier?
Nein, dann eher verwahren, verschenken, verkaufen. Viele der Bücher, die man wegwirft haben, weil man sich nicht richtig informiert hat, noch Wert. Gerade bei älteren, nicht mehr aufgelegten Sci-Fi Büchern sind wirklich teure Exemplare dabei. Aufpassen, mit dem Wegwerfen. Antiquariate kann man auch aufsuchen, versucht man, einen alten Regionalfotoband loszuwerden. Es gibt dafür Interessenten. Was Amazon macht ist aber eigentlich gar keine schlechte Idee, zudem hat der Spiegel meines Erachtens eins nicht bedacht: Amazon hat einen vortrefflichen Rücksendeservice. Gerade bei alten Büchern kann "gebraucht" oder "fast neuwertig" Eselsohren, Kaffeefleck, Bleistiftzeichnungen und anderes beinhalten, je nachdem, wie großzügig der Verkäufer und der Handel die Kriterien ausliest. Interessant wäre es also nicht nur gewesen, die Preis zu vergleichen, sondern auch die tatsächlichen Zustände der Bücher.
Gegengleich 16.08.2011
4. Nicht ohne mein Superweib!
Zitat von NaniaNein, dann eher verwahren, verschenken, verkaufen. Viele der Bücher, die man wegwirft haben, weil man sich nicht richtig informiert hat, noch Wert. Gerade bei älteren, nicht mehr aufgelegten Sci-Fi Büchern sind wirklich teure Exemplare dabei. Aufpassen, mit dem Wegwerfen. Antiquariate kann man auch aufsuchen, versucht man, einen alten Regionalfotoband loszuwerden. Es gibt dafür Interessenten. Was Amazon macht ist aber eigentlich gar keine schlechte Idee, zudem hat der Spiegel meines Erachtens eins nicht bedacht: Amazon hat einen vortrefflichen Rücksendeservice. Gerade bei alten Büchern kann "gebraucht" oder "fast neuwertig" Eselsohren, Kaffeefleck, Bleistiftzeichnungen und anderes beinhalten, je nachdem, wie großzügig der Verkäufer und der Handel die Kriterien ausliest. Interessant wäre es also nicht nur gewesen, die Preis zu vergleichen, sondern auch die tatsächlichen Zustände der Bücher.
Natürlich ist das bei solchen Büchern etwas anderes. Aber für z.B. Hera Lind - Das Superweib Betty Mahmoody - Nicht ohne meine Tochter und Ähnliche, die man an jedem 2. Flohmarktstand erblickt, kann das nicht gelten.
diploma83 16.08.2011
5. Gibt doch schon genug Ankaufsdienste...
Hab auch schon öfter ausgemistet und dabei einige Online-Ankaufsdienste ausgetestet. Mein Favorit ist rebuy.de... Werde sicher nicht noch mehr Geld zu Amazon tragen...
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