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21. Juni 2013, 23:11 Uhr

Sexismus-Debatte

Twitter-Aktion #aufschrei siegt beim Grimme-Online-Preis

Wichtiger Medienpreis für #aufschrei: Die Protestaktion gegen Sexismus im Alltag hat den Grimme-Online-Preis gewonnen. Die Twitter-Kampagne überzeugte die Jury mit einer Wirkung, die "zuvor noch kein Hashtag in Deutschland hatte".

Hamburg - Die Kampagne #aufschrei hat für viel Aufsehen gesorgt. Dafür lobt die Grimme-Jury die Aktion und ihren prägnanten Hashtag (so lautet das englische Wort für ein Motto, das im Nachrichtenportal Twitter Einträge zu einem bestimmten Thema bündelt): Erst durch die Twitter-Kampagne habe die gesellschaftliche Diskussion über Sexismus an Dynamik gewonnen. Deshalb wurde die Aktion jetzt mit dem Grimme Online Award 2013 ausgezeichnet.

"In kurzer Zeit kamen Tausende Tweets zusammen", schreibt die Jury zur Begründung der Preisverleihung an die Aktion #aufschrei. "Aus dem Netz wanderte das Thema zurück in die etablierten Medien und in die Politik, eine Wirkung, die zuvor noch kein Hashtag in Deutschland hatte". Die Initiatorinnen betreiben zum Thema zudem den Twitteraccount "twitter.com/aufschreien" und die Website alltagssexismus.de.

Bei der Preisverleihung in Köln hielt "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer die Laudatio. Mit ihm auf der Bühne standen dort Nicole von Horst, Anna-Katharina Meßmer, Anne Wizorek und Jasna Strick. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE kritisierten die Erfinderinnen der Aktion #aufschrei: "Männer nehmen den alltäglichen Sexismus gar nicht wahr".

Weitere Preisträger des Grimme-Online-Preises 2013 sind in der Kategorie Information die Satire-Website Der Postillon und die Politplattform Politnetz aus der Schweiz. In der Kategorie Wissen und Bildung gewannen die interaktive Web-Doku Alma von Arte, die von Volontären der Deutschen Welle gestaltete Website Plan B und - als erster Podcast überhaupt - Soziopod, in dem philosophische und soziologische Themen besprochen werden.

In der Kategorie Kultur und Unterhaltung wurden der Liveticker 11Freunde und die Museumsplattform NRW geehrt. Der Publikumspreis ging an die bereits von der Jury ausgezeichnete Satire-Seite der Postillon. Die Nominierungs-Kommission hatte aus 1600 Vorschlägen ausgewählt. Insgesamt 28 herausragende Online-Angebote waren dieses Jahr für den Preis nominiert. Alle dieses Jahr Nominierten im Überblick:

bos/dpa

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