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28. Januar 2014, 11:46 Uhr

Geldwäsche-Vorwurf

Chef von Bitcoin-Börse verhaftet

US-Behörden haben zwei Männer verhaftet, darunter den Chef von BitInstant. Ihnen wird vorgeworfen, Nutzern des Drogenmarktplatzes Silk Road beim Umtausch von über einer Million Dollar in Bitcoin geholfen zu haben.

Charlie Shrem, der Chef von BitInstant, ist am Sonntag auf dem John F. Kennedy International Airport verhaftet worden, meldet die New Yorker Staatsanwaltschaft. Shrem soll einem Komplizen Krypto-Geld zur Verfügung gestellt haben, der unter dem Pseudonym "BTCKing" Nutzern der Drogenseite Silk Road beim Umtausch ihres Gelds in Bitcoin geholfen haben soll. Der mutmaßliche Komplize wurde am Montag in seiner Wohnung in Cape Coral, Florida, verhaftet.

Silk Road war ein Online-Drogenmarktplatz, den das FBI vergangenen Herbst geschlossen hatte. Neben Geldwäsche wird den Männern vorgeworfen, ohne Genehmigung Geldwechsel-Geschäfte betrieben zu haben. Insgesamt sollen sie gemeinsam mehr als eine Million Dollar von Silk-Road-Nutzern in Bitcoin umgetauscht haben. Angesichts der großen Transaktionen soll Shrem "BTCKing" Rabatte gewährt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Komplize seine Untergrund-Wechselstube von Dezember 2011 bis Oktober 2013 betrieben haben, die Zusammenarbeit mit Shrems Firma dauerte bis Ende 2012.

Winklevoss-Brüder haben investiert

Charlie Shrem hat sich als Vizepräsident der Bitcoin Foundation einen Namen gemacht, einer Art Lobbygruppe für die virtuelle Währung. Seine Börse BitInstant hat mittlerweile den Betrieb eingestellt, die Unternehmens-Website besteht nur noch aus einer leeren weißen Seite.

Schlagzeilen hatte BitInstant in der Vergangenheit durch ein Investment der Winklevoss-Brüder gemacht. In einem aktuellen Statement der Brüder heißt es, sie seien über Shrems Festnahme "zutiefst besorgt". Eine Sprecherin der Bitcoin Foundation wollte Shrems Verhaftung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht kommentieren.

Werden Shrem und sein 52-jähriger Komplize wegen organisierter Geldwäsche schuldig gesprochen, drohen ihnen allein dafür bis zu 20 Jahre Haft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Shrem auch selbst Drogen bei Silk Road gekauft haben.

mbö/Reuters

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