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Streit mit der Gema beigelegt: Diese YouTube-Videos sind nicht mehr gesperrt

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YouTube vs. Gema Was das Ende des Dauerstreits für YouTube-Nutzer bedeutet

Im Streit um die Sperrhinweise vor Musikvideos haben sich YouTube und die Gema geeinigt. Für deutsche Nutzer bringt das einige Verbesserungen - und auch für YouTube kommt die Einigung zur rechten Zeit.

Das Videoportal YouTube hat sich nach sieben Jahren Streit mit der deutschen Rechteverwertungsgesellschaft Gema geeinigt. Im Kern drehte sich der Streit darum, dass die Gema und YouTube grundsätzlich andere Vorstellungen davon hatten, wie die Vergütung für Musikvideos im Netz auszusehen hat.

Viele Musikvideos waren für deutsche YouTube-Nutzer wegen der Auseinandersetzung gesperrt, sie sahen nur eine rote Sperrtafel. Nun gibt es einen neuen Lizenzvertrag. YouTube wird demnach eine Abgabe an die Gema bezahlen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem komplexen Fall im Überblick:

1. Was ändert sich jetzt für deutsche YouTube-Nutzer?

Dank der Einigung sind in Deutschland ab sofort auf YouTube deutlich mehr Musikclips freigeschaltet. Der Deal betrifft alle Videos der rund 70.000 deutschen Gema-Mitglieder. Außerdem vertritt die Gema auch viele Rechteinhaber aus dem Ausland in Deutschland. Sie nimmt Gebühren für alle Verwertungen von Musik, die das Urheberrecht an den Stücken betreffen - und will dieses Recht auch im Netz wahrnehmen.

Unter den auf YouTube gesperrten Inhalten waren viele beliebte Musikvideos, von Helene Fischer bis AnnenMayKantereit. Auch Musikvideos von Teenie-Schwarm Justin Bieber gab es nicht, genauso wenig wie Clips von Abba, U2, Pink Floyd oder Bon Jovi.

Nach einer Aufstellung des Portals Statista waren 2013 gut 60 Prozent der 1000 beliebtesten YouTube-Videos in Deutschland wegen des Streits zwischen Gema und YouTube gesperrt.

Diese Fotostrecke zeigt einige der Videos, die jetzt verfügbar sind:

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Streit mit der Gema beigelegt: Diese YouTube-Videos sind nicht mehr gesperrt

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Die Sperrtafeln bei den betroffenen Videos sind seit Dienstagmorgen überwiegend verschwunden. In Einzelfällen kann es aber noch etwas länger dauern, bis das Video abrufbar ist. Bei YouTube war die Rede davon, dass dies "im Laufe des Tages" passieren sollte. Ganz abgeschafft werden die Sperrtafeln allerdings nicht: Sie werden beispielsweise weiter geschaltet, wenn der Künstler oder die Plattenfirma nicht bei der Gema Mitglied ist und es ungeklärte Rechtefragen gibt.

2. Worüber genau stritten YouTube und die Gema?

Die entscheidende Frage lautete: Wer muss Künstlern wie viel Geld zahlen, wenn ihre Musikvideos auf YouTube hochgeladen werden? Oder juristisch gesprochen: Wer ist der Lizenznehmer?

YouTube-Besitzer Google vertritt den Standpunkt, dass derjenige, der das Video hochlädt, eine Abgabe an die Gema zu zahlen hat - nicht die Plattform. Die Gema sagt, dass es YouTube tun muss - weil das Portal mit dem, was seine Nutzer hochladen, so große Geschäfte macht. In dieser Frage bleibt jede Seite bei ihrer Auffassung - sie ist in dem Deal ausgeklammert worden. Trotzdem zahlt YouTube nun Geld.

Der jahrelange Streit hat viele deutsche Musikfans verärgert, teilweise gab es auch Kritik aus der Musikbranche an der Gema. Künstler und Fans dürften sich nun über die Einigung freuen. Der deutsche Sänger Andreas Bourani etwa twitterte "Endlich" als Reaktion auf die Nachricht der Einigung.

Auch Künstlerin Judith Holofernes, Frontfrau der Band Wir Sind Helden, freut sich über das vorläufige Ende des Streits.

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Der Rapper MC Fitti beschrieb in einer ersten Reaktion vor allem die Nutzerperspektive: "Ich freue mich, dass man nun einfach mal Musikvideos anschauen kann, ohne dass einem dieses genervte Gefühl hochkommt." Schließlich habe der Streit schon bei mancher WG-Party für nervige Unterbrechungen gesorgt.

Hartwig Masuch, der Chef der Plattenfirma BMG, schrieb in einer Stellungahme : "Nicht nur Songwriter profitieren, sondern auch andere Künstler, deren Arbeit in Deutschland nun leichter verfügbar ist." Auch der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) begrüßte die Einigung. Laut eigenen Angaben repräsentiert der BVMI 250 Tonträgerhersteller und Musikunternehmen.

3. Warum kommt die Einigung gerade jetzt?

Verhandelt haben YouTube und Gema immer wieder - auch wenn sie sich gleichzeitig vor Gericht gestritten haben. Lange beharrte die Gema auf einer Abgabe pro Videoabruf. In einer Schadensersatzklage forderte sie zuletzt 0,375 Cent pro Abruf, scheiterte damit aber vor Gericht.

Über die Details der Abgabesystems, auf das sich Gema und YouTube geeinigt haben, herrscht Stillschweigen. Klar ist: Es gibt eine einmalige Zahlung von YouTube an die Gema, die sich auf den Zeitraum von 2009 bis jetzt bezieht, in der es keinen gültigen Lizenzvertrag gab. Diesen Betrag wird die Gema an die Künstler, die sie vertritt, ausschütten.

Für die Zeit ab dem heutigen Dienstag wird YouTube "Nutzungsmeldungen" an die Rechteverwerter übermitteln. "Die aus der Musiknutzung erzielten Erträge, werden dann gemäß dem Verteilungsplan der Gema an die Mitglieder verteilt", heißt es von der Gema. Da es sich um eine außergerichtliche Einigung handelt, wird der Betrag nicht durch ein Gerichtsurteil öffentlich werden. Es klingt nicht nach der von der Gema gewünschten Abgabe pro Abruf.

Geholfen hat mit Blick auf die Einigung wohl, dass sich der Druck aus der Politik zuletzt verstärkt hat. Die EU-Kommission arbeitet an einer großen Urheberrechtsreform, die 2017 beschlossen werden soll. In einem Vorschlag für die Richtlinie wird das Verhältnis von Urhebern und Plattformen mit Nutzeruploads wie YouTube unter dem Stichwort "Value Gap" thematisiert. Dieses Stichwort spielt auf die angeblich nicht ausreichende Beteiligung von Künstlern und Rechteinhabern an den Erlösen werbefinanzierter Plattformen an.

Die Einigung mit der Gema hilft YouTube zudem, sein Bezahlangebot YouTube Red attraktiver zu machen, wenn es nach Deutschland kommt. Mit dem Start des Premiumdienstes, der es etwa ermöglicht, Musikvideos herunterzuladen oder ohne Bild zu streamen, wird in den kommenden Monaten gerechnet. Andere YouTube-Konkurrenten wie der Musikdienst Spotify haben bereits Vereinbarungen mit der Gema geschlossen.

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Mitarbeit: Anna Gröhn, mit Material von dpa
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