Gemeinsame Erklärung Verlage wollen Online-Texte schützen lassen

Einen Aufruf gegen Textklau im Netz und für Urheberrechtsschutz haben führende deutsche Verlage vorgelegt. Von der Bundesregierung fordern sie einen besseren Schutz geistigen Eigentums.


Hamburg - Die Erklärung ist neben dem Spiegel-Verlag von der Axel Springer AG, der Bauer Media Group, der Ganske Verlagsgruppe, Gruner+Jahr, der Deutschen Presseagentur (dpa) sowie dem Zeit-Verlag unterzeichnet worden. Sie wendet sich gegen raubkopierte Texte im Internet und fordert ein gemeinsames Vorgehen für Urheberrechtsschutz.

"Nur mit Geschlossenheit können wir etwas erreichen", appellierte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner an die im Rathaus versammelten mehreren hundert Medienvertreter beim Hamburger Mediendialog, einem Branchentreffen. Sie sollen den Gesetzgeber dazu bringen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen. Döpfner: "Eine kollektive Verwertung sollte genau geprüft werden." Er meinte damit eine Art Verwertungsgesellschaft nach Art der Gema, die in Deutschland die Rechte der Schöpfer von Musik vertritt. Die, so Döpfner, sei ein Beispiel dafür "...wie viel man erreichen kann, wenn man ein großes Repertoire geschlossen nach außen vertritt."

Selbstverständlich, so Döpfner, müssten die Mechanismen der Verteilung fair und für alle transparent sein. Falls man sich für eine Verwertungsgesellschaft entscheide, sollte die ganze Branche zur Teilhabe in der Trägergesellschaft eingeladen werden. "Je mehr mitmachen, desto besser wäre das. Die Gesellschaft sollte auf einem breitestmöglichen Fundament stehen. Das Internet ist eine Weltmaschine. Fast alle wichtigen Spieler im Netz handeln global. Wir würden viel verschenken, wenn es uns nicht gelänge, zumindest die deutschsprachigen Verlage in der Rechtewahrnehmung zu einen."

Presse und Pressevielfalt werde es "in der digitalen Welt nur solange geben, wie Presseverleger ihre Investitionen schützen und refinanzieren können." Der dpa-Geschäftsführer Malte von Trotha unterstrich: "Es geht um Rechtsschutz von geistigem Eigentum, von unserer Leistung."

Die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl, verwies darauf, dass die Weiterentwicklung des Urheberrechts nicht allein auf nationaler, sondern internationaler Ebene vorangebracht werden müsse.

Auch die Allianz Deutscher Produzenten in Film und Fernsehen schloss sich den Verlagen an und verlangte ein eigenes Produzentenurheberrecht und einen besseren Schutz für neue Fernsehformate. Ebenso forderte die Musikindustrie in einem Postulat effiziente Ansätze zur Bekämpfung digitaler Raubkopien. "Vom Kopieren können Künstler und Kreative nicht leben!", hieß es. Dem schloss sich auch der Gesamtverband Kommunikationsagenturen an und verlangte Nachbesserungen des Urheberrechts.

cis/dpa



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