Neue Technik Dieser Gestensensor läuft ohne Batterien

Zwei Studenten der University of Washington haben eine Gestensteuerung entwickelt, die ohne eigene Stromquelle auskommt. Sie arbeitet berührungslos und ohne Kamerasensor - zumindest, solange man sich in der Zivilisation aufhält.
Screenshot aus dem Erklärvideo: Der Gestensensor in Aktion.

Screenshot aus dem Erklärvideo: Der Gestensensor in Aktion.

Foto: YouTube

Eine neue Technik soll Gesten sogar durch die Hosentasche erkennen können - und dafür nicht einmal Batterien brauchen. Die Technologie namens AllSee wertet Veränderungen der Funksignale aus. Aus diesen Signalen, die zumindest in bevölkerten Gebieten allgegenwärtig sind, bezieht sie auch die für ihren Betrieb nötige Energie .

Eine an einen kleinen Schaltkreis angebrachte Antenne identifiziert die Handbewegungen in ihrer Umgebung, indem sie Veränderungen in der Amplitude der gemessenen Funksignale erkennt. Da ähnliche Handbewegungen zu ähnlichen Veränderungen der Amplituden führen, kann das Gerät unterschiedliche Gesten auseinanderhalten.

Wie das technisch genau abläuft, erklärt einerseits ein wissenschaftliches Paper (PDF ). Andererseits hilft ein englischsprachiges Video, das Funktionsprinzip des Prototypen zu verstehen.

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AllSee ist das Projekt zweier Informatikstudenten, Bryce Kellogg und Vamsi Talla, die sich von ihrer Erfindung viel versprechen. In ihrer Arbeit schreiben sie, dass das Interesse an Gestensteuerungen stark gestiegen sei. Herkömmliche Ansätze aber würden zu viel Energie verbrauchen, seien auf Kamerasensoren angewiesen oder setzten auf komplexe Analysen der empfangenen Signale. Ihr Ansatz dagegen sei geradezu Low-Tech, billig und vielseitig. Und schon jetzt sei ihre Erfindung in der Lage, acht Handgesten mit großer Trennschärfe voneinander zu unterscheiden.

Im Gegensatz zu anderen Ansätzen soll der Sensor der Studenten außerdem durch Stoffschichten "hindurchschauen" können. Das bedeutet praktisch: Ein entsprechend ausgerüstetes Mobiltelefon könnte auch in einer Hosentasche Gestensignale empfangen - ein Fächeln über der Tasche könnte zum Beispiel das nächste Lied im Musikplayer starten. Ein echter Komfortvorteil also, sollte es AllSee schaffen, sauber zwischen versehentlichen und absichtlichen Gesten zu unterscheiden.

Die vielleicht größte Besonderheit von AllSee ist aber die Energiesparsamkeit: Statt von Funksignalen abhängig zu sein, könnte der Sensor seine Energie auch aus Sonnenlicht oder Bewegungen beziehen - auf diesem Weg würden sich auch schwächere Funksignale auf Gesten hin untersuchen lassen. Denkbar wären so auch extrem kleine Gestensensoren: Sie könnten wie ein Aufkleber auf Gegenständen angebracht werden und dann etwa einen RFID-Chip oder einen anderen Sensor des "Internets der Dinge" aktivieren oder justieren.

fkn
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