GEZ-Gebühr Computer sollen als Radios gelten

Die geplante GEZ-Gebühr für internetfähige PCs könnte für die Betroffenen deutlich günstiger ausfallen als bislang angenommen. Ein Kompromissvorschlag sieht vor, statt der Fernseh- nur die Radiogebühr zu verlangen - also 11,51 Euro weniger pro Monat.

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wurde über diese Sparlösung für die umstrittene PC-Gebühr vergangene Woche bei einem Treffen der Rundfunkreferenten der Länder und der Justiziare von ARD und ZDF gesprochen. Die Fachleute der Länder signalisierten bei dem Treffen, dass sie diesen Kompromiss für vertretbar halten.

Für internetfähige PCs würden dann nur 5,52 Euro im Monat statt 17,03 Euro an Gebühren anfallen. Gebührenpflichtig werden generell nur PCs in Haushalten und Betrieben, die nicht über ein angemeldetes Rundfunkgerät verfügen.

Für Konflikte sorgen könnte die Kompromisslösung zwischen den großen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Während die ARD nämlich zahlreiche Radioprogramme betreibt, ist das ZDF ein reiner Fernsehkanal.

Schon in der Vergangenheit war die Variante mit der reduzierten PC-Gebühr diskutiert worden. Beim ZDF bestand allerdings schon damals die Sorge, dass man bei dieser Lösung leer ausgehen könnte, - weil Mainz keine Radioprogramme anbietet.

Der SPIEGEL zitiert aus einem internen Papier der ARD, die Radiogebühr-Variante sei ein Weg, wie die ARD-Anstalten "aus dieser Situation, in die wir hineingeschlittert sind, wieder herausschlittern könnten".

Für eine reduzierte GEZ-Gebühr auf PCs würde auch die Tatsache sprechen, dass zwar praktisch alle öffentlich-rechtlichen Radiosender rund um die Uhr und in guter Qualität ins Internet gestreamt werden, die Fernsehkanäle von ARD und ZDF hingegen nicht. Vom TV-Angebot gibt es in der Regel nur Programmausschnitte (siehe ZDF-Livestreams ) - und dies zudem in einer Bildqualität, die mit normalem Fernsehen nicht vergleichbar ist.

cis

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