Zukunftspläne von United Internet GMX und Web.de stehen angeblich zum Verkauf

Zwei der bekanntesten Marken im deutschen Internet könnten demnächst den Besitzer wechseln: Laut einem Zeitungsbericht sucht United Internet Interessenten für seine E-Mail-Portale GMX und Web.de.
Website von GMX: Das Portal ging in den Neunzigerjahren online

Website von GMX: Das Portal ging in den Neunzigerjahren online

Foto: GMX

Der Internetdienstanbieter United Internet will laut einem Bericht des »Handelsblatt«  seine Sparte für Verbraucheranwendungen verkaufen, zu der die viel genutzten E-Mail- und Internetportale GMX und Web.de gehören. Die Sparte könnte mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet werden, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Branchenkreise. Potenzielle Käufer könnten Gebote sowohl für Minderheits- als auch für Mehrheitsanteile machen.

Wie die Zeitung weiter berichtete, begannen die Bemühungen um den Verkauf unter dem Codenamen »Montmartre« bereits im Frühjahr. Die Investmentbank Perella Weinberg soll im Mai Informationspakete an potenzielle Käufer versendet haben. Die ersten Angebote sollen in diesen Tagen fällig sein, ein Geschäft könnte demnach im Herbst zustande kommen. »Mögliche Bieter für die Sparte sind vor allem Private-Equity-Firmen, die das Geschäft mit eigenen Ideen nach vorn bringen und internationalisieren könnten«, schreibt das »Handelsblatt«.

1&1 bekommt gerade ein 5G-Netz

Eine Vorentscheidung über einen möglichen Verkauf sei noch nicht getroffen worden, heißt es in dem Artikel aber auch. United Internet, das derzeit für seinen Telekommunikationsanbieter 1&1 ein 5G-Netz aufbaut, könnte sich demnach auch noch gegen einen Verkauf entscheiden.

Web.de hatte laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof) im November 2021 rund 20,76 Millionen Nutzer, GMX verzeichnete 17,7 Millionen Nutzer. Beide Portale sind seit den Neunzigerjahren online. Ihre E-Mail-Angebote lassen sich in einer kostenlosen, werbefinanzierten Version oder in einer kostenpflichtigen Premiumversion nutzen.

Eine Anfrage des »Handelsblatt« zu den Verkaufsplänen ließ United Internet zunächst unbeantwortet, auch die Privatbank Perella Weinberg lehnte eine Stellungnahme ab. In einer Telefonkonferenz mit Analysten betonte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth der Zeitung zufolge nur, dass seine Firma nicht danach strebe, »Assets zu verkaufen, um unser Mobilfunknetz zu finanzieren«.

Der Deutschen Presse-Agentur dpa teilte United Internet hingegen mit, dass man sich regelmäßig mit der strategischen Entwicklung seiner Geschäftsbereiche und mit potenziellen Kooperationen beschäftige. Entscheidungen zu Veränderungen des Anteils bei Consumer Applications stünden derzeit aber nicht an.

mbö/AFP/dpa
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