https-Verbindungen Google belohnt Verschlüsselung

Betreiber von Webseiten, die eine verschlüsselte Verbindung anbieten, bekommen eine Belohnung von Google: Der Konzern hat angekündigt, "https" beim Ranking von Suchergebnissen zu berücksichtigen.
Verschlüsselte Verbindung: Statt http steht in der Adresszeile https

Verschlüsselte Verbindung: Statt http steht in der Adresszeile https

Foto: SPIEGEL ONLINE

Google hat angekündigt, künftig bei der Bewertung von Suchergebnissen Verschlüsselung als einen Faktor zu berücksichtigen. Damit sollen Webmaster belohnt werden, die ihren Nutzern eine sichere Verbindung anbieten - zu erkennen an dem "https" oben in der Adresszeile des Browsers.

Bisher wird https offenbar kaum eingesetzt: Noch betreffe die Änderung weniger als ein Prozent der globalen Suchanfragen, heißt es in dem Blogpost . Andere Faktoren wie die Qualität der Seiteninhalte würden außerdem höher bewertet als eine angebotene Verschlüsselung. Künftig könne man die sicheren Verbindungen aber stärker gewichten, kündigt Google an.

Eine verschlüsselte Verbindung bedeutet, dass Daten unterwegs nicht mitgelesen werden können, etwa von neugierigen Hackern, Kriminellen oder Geheimdiensten. Zum Beispiel Banken und E-Mail-Dienste nutzen schon länger besonders gesicherte Verbindungen. Anonym bewegen sich Nutzer deswegen aber nicht im Netz - und auch die verschlüsselten Verbindungen erlauben Rückschlüsse auf Privates.

Überall dort, wo man wichtige Daten im Netz speichert, sollte man "https"-Verbindungen nutzen. Auch Facebook nutzt die Technik, um seine Nutzer besser vor Angriffen zu schützen. Die Electronic Frontier Foundation stellt ein Plug-in für Browser bereit , das immer wenn möglich verschlüsselte Verbindungen nutzt.

Die Technik hinter "https" heißt Transport Layer Security (TLS). Dabei weist sich der Server gegenüber dem Browser des Nutzers mit einem Zertifikat aus. Dann einigen sich die beiden automatisch auf einen gemeinsamen Schlüssel, mit dem die laufende Verbindung abgesichert wird.

Derart verschlüsselte Verbindungen sind offenbar auch für Geheimdienste ein Problem, die dann nicht mehr so einfach Daten mitlesen können. Vergangenes Jahr wurde öffentlich, dass Behörden in den USA Unternehmen zur Übergabe von Verschlüsselungscodes gedrängt hatten.

ore