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28. Juni 2012, 22:21 Uhr

Google-Browser

Chrome kommt für iPhone und iPad

Aus San Francisco berichtet

Googles hauseigener Browser Chrome wird künftig auch auf iOS-Geräten laufen. Das kündigte der Suchmaschinenkonzern bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O an. Chrome soll nun synchronisiertes Surfen über diverse Geräte erlauben.

San Francisco - Google-Manager Sundar Pichai, im Konzern zuständig für den Chrome-Browser und das Betriebssystem Chrome OS, hatte Zahlen zum Prahlen mitgebracht. 2,3 Milliarden Menschen nutzten das Internet, sagte Pichai, und 310 Millionen davon seien aktive Nutzer von Google Chrome.

Um diese Zahl weiter zu erhöhen, hatte Google zwei Ankündigungen im Gepäck. Zum einen wird der Chrome-Browser künftig auch für Apples i-Geräte zur Verfügung stehen, für iPad und iPhone also. Zum anderen soll ein eingeloggter Google-Nutzer künftig auf allen seinen Geräten einen Browser im gleichen Zustand vorfinden - bei der Arbeit geöffnete Tabs öffnen sich automatisch, wenn der Browser am Rechner zu Hause oder unterwegs auf Handy oder Tablet gestartet wird. Auch die Browsing-History wird so synchronisiert.

Google-Manager Brian Rakowski führte vor, wie er auf einem Laptop nach einem Restaurant suchte und anschließend auf einem Nexus-7-Tablet den "Zurück"-Button des Browsers betätigte, um zur gespeicherten Suchanfrage zurückzukehren. All das setzt selbstverständlich voraus, dass man Chrome stets als eingeloggter Nutzer bedient und Google seine gesamte Such- und Browsing-Geschichte protokollieren lässt.

Viele Nutzer dürften allerdings ohnehin mehr oder weniger ständig bei Google eingeloggt sein - Googles Maildienst Gmail habe mittlerweile weltweit 425 Millionen aktive Nutzer, erklärte Pichai. Und wer Gmail nutzt, ist bei Google eingeloggt.

Weitere Neuerungen im Zusammenhang mit Googles Cloud-Diensten betreffen die kürzlich gestartete Online-Festplatte Google Drive und die Dokumenten-Anwendung, die in Deutschland "Text und Tabellen" heißt. Letztere soll künftig auch dann weiter funktionieren, wenn der Rechner gerade keine Internetverbindung hat. Bearbeitungen an Dokumenten werden automatisch mit der Datenwolke synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht.

Google Drive, die Online-Festplatte à la Dropbox, die Google seit kurzem anbietet, bekommt Funktionalität dazu, die man bislang von Diensten wie Evernote kennt: Auch gescannte Dokumente lassen sich künftig im Volltext durchsuchen. Demonstriert wurde die gleiche Funktionalität sogar für Fotos: Eine Suche nach "Pyramiden" in einem privaten Fotoalbum warf in der Demonstration tatsächlich ein Bild mit Pyramide im Hintergrund aus. Google scheint hier seine für die "Goggles" genannte Bildersuche entwickelte Bilderkennungstechnik auf die privaten Datenbestände seiner Nutzer anzuwenden, um Muster und Formen auf Fotos zu erkennen. Auch diese Funktionalität dürfte bei Datenschützern nicht auf große Gegenliebe stoßen.

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