Google Earth Timelapse Smartphone-Zeitraffer zeigt Umweltveränderungen

Googles Timelapse zeigt mit Satellitenbildern aus dreieinhalb Jahrzehnten, wie Umwelteinflüsse und Industriebauten das Bild der Erde verändern. Jetzt funktioniert das System auch auf Handys.

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Wachsende Großstädte, Abholzung von Regenwäldern, schmelzende Gletscher und schrumpfende Seen: Das Timelapse-Tool für den Google-Dienst Google Earth macht aus der Satellitenperspektive sichtbar, wie sich die Erde verändert. Der Internetkonzern hat der Webseite nun ein Update spendiert, damit die Zeitreise künftig auch auf Smartphones und Tablets funktioniert.

Auf der Google Earth Timelapse genannten Webseite kann man sich animierte Satellitenbilder aus der Zeit von 1984 bis 2018 anschauen. So bekommt man einen guten Eindruck davon, wie sich die Oberfläche des Planeten in den vergangenen 35 Jahren verändert hat. Will man sich etwa ansehen, wie der Braunkohleabbau den Hambacher Forst geschrumpft hat, gibt man im Suchfenster der Seite den Begriff "Hambacher Forst" ein und drückt die Enter-Taste.

Die Datenbank, aus der die Animationen erzeugt werden, hat Google nach eigenen Angaben aus 15 Millionen Satellitenbildern zusammengestellt. So kann man beobachten, wie der neue Flughafen Berlin-Brandenburg in den vergangenen Jahren in die Landschaft gebaut wurde und wie sich die Casino-Stadt Las Vegas immer weiter in die Wüste von Nevada ausbreitet während gleichzeitig der Wasserpegel des nahegelegenen Lake Mead fällt.

Nach eigenen Angaben will der Konzern mit dem Timelapse-Tool genau solche Missstände deutlich machen. In einem Blogbeitrag schreibt Google-Manager Chris Herwig, man wolle mit den Bildern Debatten anstoßen und informieren. Google bietet den Dienst seit 2013 gemeinsam mit dem United States Geological Survey (USGS) und der Nasa an.

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Google Timelapse: So hat sich die Welt in 35 Jahren verändert

Es habe so lange gedauert, eine auf Tablets und Smartphones funktionierende Version bereitzustellen, weil Mobilbrowser wie Chrome und Firefox automatisch ablaufende Videos bisher unterbunden haben. Weil Timelapse-Animationen aus vielen solcher Videos aufgebaut sind, musste man daher abwarten, bis die beiden Browser das Abspielen von AutoPlay-Videos wieder erlauben, was nun geschehen ist.

Mit gewissen Abstrichen bei der Qualität muss man bei den Zeitraffer-Animationen aber rechnen. Zum einen funktioniert die Timelapse-Webseite auf Handys nur im Hochformat, zum anderen ist die Bildqualität manchmal ungewohnt schlecht. Das darf jedoch nicht wundern, schließlich stammen viele Aufnahmen aus den Achtzigerjahren, als Satelliten noch mit aus heutiger Sicht archaischer Technik unterwegs waren.

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insgesamt 3 Beiträge
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radbodserbe 26.04.2019
1. Sich auf dem Smartphone anschauen, wie die Umwelt zerstört wird, also
das hat schon etwa den Irrsinn von Apocalypse Now und klingt so schlau und angemessen, wie ein Ozonloch wegsprayen. Herstellung und Entsorgung von Smartphones sind eine ungeheure Belastung für unsere Umwelt. Mal ganz abgesehen von den noch nicht geklärten physikalischen Nebenwirkungen und dem eher negativen Einfluss auf unser allgemeines Sozialverhalten.
Nonvaio01 27.04.2019
2. genauso
Zitat von radbodserbedas hat schon etwa den Irrsinn von Apocalypse Now und klingt so schlau und angemessen, wie ein Ozonloch wegsprayen. Herstellung und Entsorgung von Smartphones sind eine ungeheure Belastung für unsere Umwelt. Mal ganz abgesehen von den noch nicht geklärten physikalischen Nebenwirkungen und dem eher negativen Einfluss auf unser allgemeines Sozialverhalten.
sind es Autos, Reifen, Schiffe, Waffen, Nuklear Muell, Hausmuell, Elektogeraete wie TV, Mixer, Toaster, Staubsauger, Oelplattformen...etc. Ich denke was ich damit ausdruecken will.
intercooler61 28.04.2019
3. Bitte nicht so selektiv
Zitat von Nonvaio01sind es Autos, Reifen, Schiffe, Waffen, Nuklear Muell, Hausmuell, Elektogeraete wie TV, Mixer, Toaster, Staubsauger, Oelplattformen...etc. Ich denke was ich damit ausdruecken will.
Sie können es auch kürzer fassen: Es ist der Mensch. Eine Art, die für sich allein inzwischen rund 36% der Zoomasse aller Landsäuger stellt - mit aktuell gut 7 Mrd. lebenden Exemplaren, Tendenz steigend. Selbstverständlich formt das die Ökosphäre (um), und zwar gewaltig. Wenn wir die K-Strategen bleiben wollen, als die Mutter Natur uns geschaffen hat (geringe Reproduktionsrate, hoher Ressourcenbedarf, hohe Überlebenschance der einzelnen Individuen), sollten wir uns auch als solche verhalten. Zumal es zweifelhaft ist, ob wir biologisch als r-Strategen taugen oder eher ganz von der Bildfläche verschwinden würden.
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