Foto-App Google entschuldigt sich für fehlerhafte Gesichtserkennung

Googles neue Foto-App hat Probleme, dunkelhäutige Menschen als solche zu erkennen. In mindestens einem Fall wurden sie stattdessen als Gorillas bezeichnet. Ein Fehler, der nicht auf Googles Angebot beschränkt ist.
Gesichtserkennung (Symbolbild): Menschen mit dunkler Haut werden oft nicht richtig identifiziert

Gesichtserkennung (Symbolbild): Menschen mit dunkler Haut werden oft nicht richtig identifiziert

Foto: Corbis

Die im Mai veröffentlichte App "Google Fotos" enthält unter anderem eine Funktion zur automatischen Verschlagwortung von Bildern. Eigentlich soll das System helfen, sich in einer Fotosammlung besser zurechtzufinden. Dazu wird beispielsweise dem Foto eines Bergpanoramas der Begriff "Berge" zugeordnet. Zumindest in einem Fall machte die App dabei allerdings einen schwerwiegenden Fehler.

Am 28. Juni fiel dem schwarzen Programmierer Jack Alciné ein Fotoalbum auf, das die Google-App automatisch aus Fotos von ihm und seiner ebenfalls schwarzen Freundin erzeugt und mit "Gorillas" betitelt hatte. Alciné postete auf Twitter einen Screenshot mit dem bitteren Hinweis: "Meine Freundin ist kein Gorilla ". Später ergänzte er das Bild um die Frage: "Was für Beispielbilder habt ihr denn gesammelt, um zu solchen Ergebnissen zu kommen? "

Wenig später antwortete Yonatan Zunger, ein leitender Mitarbeiter bei Google+, via Twitter: "Heilige Scheiße. (…) Das ist hundertprozentig nicht in Ordnung ." Zunger bat um Zugriff auf die betreffenden Fotos und versprach, das peinliche Problem umgehend zu lösen.

Am folgenden Tag war die "Gorilla"-Rubrik aus Alcinés Fotosammlung verschwunden. Zunger gestand ein, es gebe noch erheblichen Nachholbedarf bei der automatischen Verschlagwortung in "Google Fotos".

Google habe schon einmal ähnliche Probleme mit der Gesichtserkennung gehabt, wird Zunger vom Tech-Blog "Ars Technica " zitiert. Eine fehlerhafte Analyse von Hauttönen und Beleuchtung habe damals dazu geführt, dass Menschen, egal welcher Hautfarbe, generell als Hunde einsortiert worden seien .

Ein Google-Sprecher sagte "Ars Technica": "Wir sind entsetzt, und es tut uns aufrichtig leid, dass das passiert ist." Um derlei Vorfälle künftig auszuschließen, müsse die automatische Bildsortierung noch verbessert werden .

Mit seinem Problem ist Google allerdings nicht allein. Erst vor wenigen Wochen war das Fotoportal "Flickr" wegen ähnlich falscher Zuordnungen in die Kritik geraten. Dort hatten die Automatik-Algorithmen dunkelhäutige Menschen mit Begriffen wie "Affe" oder "Tier" gekennzeichnet.

meu