Google-Bildersuche Getty Images beschwert sich bei EU-Kommission

Die Fotoagentur Getty Images legt sich mit Google an - in Form einer Beschwerde bei der EU-Kommission. Anlass des Ärgers ist eine Änderung bei Googles Bildersuche.


Getty Images hat bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Google eingereicht. Die US-Fotoagentur bemängelt, dass Google seit 2013 Fotos in seinen Bildergalerien in hoher Auflösung zeigt, wie aus einer Erklärung des Unternehmens hervorgeht. Dadurch sieht Getty Images seinen eigenen Geschäftsbereich geschädigt.

Denn wenn Internet-Nutzer Fotos von Getty über Googles Bildgalerien gesehen hätten, würden sie nicht mehr auf die Getty-Website gehen, heißt es zur Begründung der Beschwerde. Bis 2013 sei das weit weniger der Fall gewesen, weil Google bis dahin Fotos in seinen Bildergalerien nur in niedriger Auflösung wiedergegeben habe.

Durch das Anzeigen der Bilder in hoher Auflösung verleite Google außerdem die Nutzer dazu, die Bilder zum eigenen Gebrauch herunterzuladen. Autoren- und Vervielfältigungsrechte würden dadurch verletzen.

Ein Sprecherin der EU-Kommission bestätigte am Mittwoch den Eingang der Beschwerde. "Wir werden uns damit beschäftigen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Die EU-Kommission verfolgt zurzeit selbst zwei Verfahren wegen vermeintlicher Wettbewerbsverzerrung von Google: Einmal geht es um die Suchmaschinen des Konzerns, einmal um Android.

mbö/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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philathus 28.04.2016
1. wie geil ist das denn?
US Konzern verklagt US Konzern in Europa... Willkommen in der Globalisierung...
feke 28.04.2016
2. Blöde Frage
Warum lässt getty sich dann nicht einfach aus dem Googel Index nehmen? Das wäre doch kein Problem. Ist es also so, dass getty seine Bilder zwar finden lassen will, aber nur in schlechter Qualität, sodass der Nutzer die hochauflösende Version dann bei getty kaufen muss? Das wäre aber ja nicht Sinn der Google Suche...
murksdoc 28.04.2016
3.
Dafür zahlt man bei Getty € 500.- für ein Bild, auf dem man selber drauf ist und niemals gefragt wurde, ob man fotografiert werden will, geschweige denn, ob man einer Veröffentlichung zustimmt. Da sind mir die Creative Commons Lizenzen von GOOGLE, nach denen jeder die Bilder zu Informations- aber nicht zu Werbezwecken kostenlos benutzen darf, lieber, weil damit der Informationsbedarf und auch das Recht auf Information des Menschen unabhängig von dessen Einkommen unterstützt wird. Meines Wissens beschreibt dieser Unterschied auch am besten die Unterschiede der Standpunkte der EU und die der Amerikaner, die eher hinter ihren kommerziellen Agenturen stehen. Dass Fotografen auch von irgendetwas leben müssen ist völlig klar, aber die horrenden Preise von Gettyimages kann sich eben nicht jede Schülerzeitung leisten. Gehen Sie mal auf gettyimages.com und schmeissen Sie aus Spass irgendein Bild oder gar einen kurzen Clip in Ihren "Einkaufskorb". Manche sind so gut, dass ich privat jederzeit € 50.- dafür bezahlen würde, aber bei € 530.- für einen 40-Sekunden Clip über die Eröffnung eines Kaufhauses, da hört der Spass einfach auf. Dass die unfreiwilligen Darsteller von Getty keine Gage bekommen, sollte in manche Erwägungen durchaus mit einfliessen.
knuty 03.05.2016
4.
Zitat von fekeWarum lässt getty sich dann nicht einfach aus dem Googel Index nehmen? Das wäre doch kein Problem. Ist es also so, dass getty seine Bilder zwar finden lassen will, aber nur in schlechter Qualität, sodass der Nutzer die hochauflösende Version dann bei getty kaufen muss? Das wäre aber ja nicht Sinn der Google Suche...
Was sollte denn sonst der Sinn der Google-Suche sein?
knuty 03.05.2016
5.
Zitat von murksdocDafür zahlt man bei Getty € 500.- für ein Bild, auf dem man selber drauf ist und niemals gefragt wurde, ob man fotografiert werden will, geschweige denn, ob man einer Veröffentlichung zustimmt. Da sind mir die Creative Commons Lizenzen von GOOGLE, nach denen jeder die Bilder zu Informations- aber nicht zu Werbezwecken kostenlos benutzen darf, lieber, weil damit der Informationsbedarf und auch das Recht auf Information des Menschen unabhängig von dessen Einkommen unterstützt wird. Meines Wissens beschreibt dieser Unterschied auch am besten die Unterschiede der Standpunkte der EU und die der Amerikaner, die eher hinter ihren kommerziellen Agenturen stehen. Dass Fotografen auch von irgendetwas leben müssen ist völlig klar, aber die horrenden Preise von Gettyimages kann sich eben nicht jede Schülerzeitung leisten. Gehen Sie mal auf gettyimages.com und schmeissen Sie aus Spass irgendein Bild oder gar einen kurzen Clip in Ihren "Einkaufskorb". Manche sind so gut, dass ich privat jederzeit € 50.- dafür bezahlen würde, aber bei € 530.- für einen 40-Sekunden Clip über die Eröffnung eines Kaufhauses, da hört der Spass einfach auf. Dass die unfreiwilligen Darsteller von Getty keine Gage bekommen, sollte in manche Erwägungen durchaus mit einfliessen.
Es gibt keine "Creative Commons Lizenzen von GOOGLE". Wenn Sie privat einen Clip oder ein Foto ansehen wollen, können Sie es doch jederzeit bei Getty und zwar völlig kostenlos. Was ist das Problem? Abgesehen davon, dass eine Schülerzeitung keine 500 Euro für ein Foto bezahlen muss, gibt es auch keinen Porsche für ein Schülertaschengeld.
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