Kritik an Facebook und Co. Google-Gründer sieht Netz-Freiheit in Gefahr

Sergey Brin warnt vor zu strengen Regeln im Internet. Der Google-Gründer sagte in einem Interview, es gebe "sehr mächtige Kräfte, die sich gegen das freie Netz formiert haben". Konkret nannte er China und Iran - aber auch Konzerne wie Facebook und Apple, die ihren Nutzern zu viel vorschrieben.
Google-Gründer Brin (Archivbild): "Zu viele Regeln ersticken die Innovation"

Google-Gründer Brin (Archivbild): "Zu viele Regeln ersticken die Innovation"

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Mountain View - Mit seiner Suchmaschine hat er das Internet revolutioniert. Nun fürchtet Google-Gründer Sergey Brin um die Freiheit im weltweiten Netz. In einem Interview mit dem britischen "Guardian " warnt er vor "sehr mächtigen Kräften, die sich rund um die Welt gegen das freie Internet formiert haben". Neben zahlreichen Regierungen griff Brin auch Konkurrenz-Konzerne wie Facebook und Apple scharf an.

"Vermauerte Gärten" nannte der Multimilliardär die Umgebung, die besonders das soziale Netzwerk Facebook seinen weltweit rund 800 Millionen Nutzern zur Verfügung stelle. "Man muss nach ihren Regeln spielen. Und die sind sehr streng", so Brin. In einem von Facebook dominierten Internet hätte er zusammen mit Larry Page niemals eine Suchmaschine wie Google entwickeln können. "Das ging nur, weil das Netz so offen war. Wenn es erstmal zu viele Regeln gibt, erstickt das jede Innovation."

Auch Apple schreibe seinen Nutzern zu stark vor, welche Software sie auf den Produkten nutzen könnten, so die Kritik Brins.

Neben dem Einfluss der Konzerne sieht Brin eine wachsende Gefahr in der restriktiven Internet-Politik von Staaten wie China, Saudi-Arabien und Iran. Noch vor fünf Jahren sei er sich sicher gewesen, dass kein Land seinen Bürgern ein bestimmtes Verhalten im Netz diktieren könne - diese Meinung habe er geändert. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Geist zurück in die Flasche zwängen lässt. Doch genau das scheint in bestimmten Bereichen zu passieren."

Er sei sich durchaus bewusst, so Brin, dass auch Google über gewaltige Datenspeicher verfüge, die theoretisch von der US-Regierung eingesehen werden könnten. Hin und wieder sei seine Firma gezwungen, Daten zur Verfügung zu stellen, erklärte der Unternehmer. "Wir wehren uns und machen alles, um die Daten zu schützen. Wenn wir durch Zauberhand nicht mehr unter US-Recht fallen würden, wäre das großartig", sagte Brin dem "Guardian".

jok