Geschäft mit Spielevideos Google will angeblich Twitch übernehmen

Videospielmitschnitte sind äußerst beliebt - längst findet man sie nicht mehr nur auf YouTube, sondern auch bei Twitch. Google soll der Livestreaming-Dienst nun angeblich eine Milliarde Dollar wert sein.
Bekannter Twitch-Livestream "Twitch Plays Pokemon": Google erwägt Zukauf

Bekannter Twitch-Livestream "Twitch Plays Pokemon": Google erwägt Zukauf

Googles Tochterfirma YouTube verhandelt derzeit angeblich über den Kauf von Twitch , einem Internetdienst, der für das Streaming von Videospielmitschnitten bekannt ist, etwa von "Pokemon". Noch sei ein Geschäftsabschluss aber weit entfernt, hieß es am Sonntag im "Wall Street Journal" . Ein möglicher Kaufpreis sei nicht bekannt, auch eine unabhängige Weiterexistenz mit zusätzlich eingeholtem Geld stehe zur Debatte. Aktuellere Informationen will "Variety" haben: Dem Magazin zufolge ist es bereits zu einer Einigung gekommen, Twitch soll für eine Milliarde Dollar oder umgerechnet 725 Millionen Euro zu YouTube  wechseln.

Eine Übernahme durch YouTube hätte durchaus Auswirkungen auf die Marktverhältnisse, denn Twitch zählt zu den derzeit angesagtesten Videodiensten. YouTube könnte damit das immer wichtigere Segment des Livestreamings für sich erobern, mit Videos, die Zuschauer lange und intensiv binden - daran mangelt es Googles Videoplattform, gerade im Hinblick auf den Verkauf höherpreisiger Werbung. Jetzt sollen Videospiele und ihre Fans helfen, diese Lücke zu schließen, immerhin sind sie für den gewaltigen Erfolg von Twitch (und auch für den vieler großer Videokanäle bei YouTube ) verantwortlich.

Die Live-Übertragungen von Videospielen allein bei Twitch machen laut Video-Dienstleister Qwilt  bis zu 44 Prozent des Datenverkehrs für Video-Livestreaming in den USA aus. Nach eigenen Angaben  hatte Twitch im Februar 45 Millionen Unique Visitors, darunter eine Million Nutzer, die aktiv Videos verbreiten. Laut Polygon  überträgt Twitch in einem durchschnittlichen Monat mehr als sechs Millionen Videos - und schickt dabei mehr Daten durch amerikanische Internetleitungen als Facebook, Amazon und Hulu.

Liveübertragungen von Turnieren

Bei Twitchs Videoangebot geht es längst nicht nur darum, einzelnen Nutzern beim Spielen zuzuschauen. Es werden zum Beispiel auch Computerspielturniere übertragen oder wichtige Momente aus großen Mehrspielerwelten gezeigt, wie etwa die massive Schlacht  im Weltraum-Strategiespiel "Eve Online".

Was vor allem Werbetreibende reizt: Die Verweildauer bei solchen Inhalten ist erstaunlich hoch. Laut Qwilt schauen 58 Prozent der Kunden wöchentlich mehr als 20 Stunden Twitch-Videos. Bei Youtube liegt die typische Verweildauer eines US-Nutzers bei knapp fünf Stunden im Monat - das durchschnittliche Onlinevideo ist laut comScore  allerdings auch nur 4,3 Minuten lang.

Ein Grund für Twitchs Popularität ist, dass die Videos direkt über die neuen Spielkonsolen abgerufen werden können. Für seine Xbox One hat Microsoft eigens einen Vertrag mit Twitch abgeschlossen , und an Neujahr ließ sich angeblich ein Fünftel der Twitch-Aktivitäten auf Playstation-4-Besitzer zurückführen . Letzteres dürfte vor allem daran gelegen haben, dass Sony den Playstation-4-Controller mit einem Knopf fürs sofortige Videostreamen über Twitch ausgerüstet hat.

kno
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