Illegale W-Lan-Mitschnitte Google muss sieben Millionen Dollar zahlen

Google kommt billig aus dem Verfahren um illegale W-Lan-Mitschnitte. Gegen eine Zahlung von sieben Millionen Dollar haben Staatsanwälte das Verfahren in 38 US-Bundesstaaten eingestellt.
Street-View-Auto (in Amsterdam): US-Behörden stellen das Verfahren ein

Street-View-Auto (in Amsterdam): US-Behörden stellen das Verfahren ein

Foto: TOUSSAINT KLUITERS/ AFP

New York - Google muss wegen des unberechtigten Mitschnitts von Daten aus dem W-Lan-Netz durch seine Street-View-Kamerawagen sieben Millionen Dollar zahlen. Auf diese vergleichsweise geringe Summe einigte sich der Internetkonzern mit den Generalstaatsanwälten von 38 US-Bundesstaaten. Damit endeten am Dienstag die rund zweijährige Untersuchungen gegen das Unternehmen. Auch in Deutschland war Google wegen der Aufzeichnungen im Visier der Behörden.

"Verbraucher haben eine berechtigte Erwartung von Privatsphäre", so der federführende Staatsanwalt aus Connecticut. Der Vergleich stelle sicher, dass Google in der Zukunft keine ähnlichen Taktiken mehr anwende, um ohne Zustimmung an persönliche Daten zu gelangen. Das Unternehmen habe sich unter anderem verpflichtet, seine Mitarbeiter entsprechend zu schulen.

Bei dem Fall ging es um Fragmente versendeter E-Mails oder abgerufener Webseiten, die von Googles Street-View-Kameraautos über Jahre hinweg in offen zugänglichen W-Lan-Funknetzen mitgeschnitten wurden. Das Unternehmen hatte im Mai 2010 Google eingeräumt, dass Street-View-Fahrzeuge auch diese sogenannten Nutzdaten mitgeschnitten haben.

Die Millionenzahlung im Rahmen des ausgehandelten Vergleichs kann Google leicht wegstecken: Bei einem Gewinn vor Steuern von 13,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bräuchte Google nur etwa fünf Stunden, um das Geld aufzutreiben. Google verdient vor allem an der Werbung rund um seine Suchmaschinenergebnisse.

Es war nicht das erste Mal, dass Google mit Datenschützern oder Wettbewerbshütern aneinandergeraten ist. Im August vergangenen Jahres musste der Konzern 22,5 Millionen Dollar in den USA zahlen, weil er sogenannte Cookies auf Geräten mit Apples Safari-Browser hinterlassen hatte. Zuletzt hatten Wettbewerbshüter Google wegen seiner starken Stellung im Suchmaschinenmarkt ins Visier genommen. In der EU läuft der Fall noch.

kno/lei/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.