Suchmaschine
Google will Piratenseiten zurückstufen
Schlechtere Platzierung: Webangebote, gegen die wegen Urheberrechtsverletzungen viele Beschwerden eingehen, will Google in seinen Suchergebnissen künftig herabstufen. Websites wie YouTube, Facebook und Tumblr soll das System aber nicht schaden.
YouTube: Google will bei der Suche Beschwerden wegen Rechtsverletzungen einbeziehen
dapd
Google will in seiner Suchmaschine Webangebote zurückstufen, gegen die viele Beschwerden wegen Urheberrechtsverletzungen eingehen. Die Google-Suche soll künftig auch berücksichtigen, wie oft Webangebote bereits wegen Urheberrechtsverletzungen gemeldet worden sind.
Diese Beschwerden können von Rechteinhabern eingereicht werden. Nach Überprüfung der Rechtmäßigkeit wird der entsprechende Link aus den Suchergebnissen entfernt. Je häufiger eine Website auf diese Weise auffällt, desto weiter werde sie zurückgestuft, heißt es im offiziellen Google-Blog.
Im Schnitt wird den Löschanträgen derzeit zu 77 Prozent entsprochen, nach Bewilligungsraten von bis zu 97 Prozent in den Vorjahren. Google weist darauf hin, dass diese Maßnahmen keinen Ewigkeitscharakter besitzen: "Wir werden weiterhin 'Widerspruch-Tools' anbieten, so dass jene, die glauben, ihr Inhalt sei zu Unrecht entfernt worden, diesen wieder hergestellt bekommen können."
Ziel dieser Maßnahme ist wohl nicht zuletzt, den Besucherstrom im Netz bei Suchanfragen nach bestimmten Alben, Filmen oder Fernsehsendungen zu legalen Angeboten wie Spotify, Google Play oder eben auch YouTube umzuleiten.
Google kündigt eine besondere Behandlung für Webangebote wie Facebook, Tumblr und Twitter an - Websites, die von Nutzern eingestellte Inhalte verbreiten und bei denen es oft zu Beschwerden wegen Urheberrechtsverletzungen kommt.
Gegenüber dem Fachblog Searchengineland gab Google an, man werde bei der Herabstufung neben der bloßen Anzahl von Beschwerden auch andere Faktoren einbeziehen. Welche zusätzlichen Faktoren das sind, erläutert Google nicht. Im Ergebnis, so Google gegenüber Searchengineland, dürfte das neue System die Präsenz großer Mitmach-Sites in den Google-Ergebnissen nicht signifikant beeinflussen. Das dürfte neben Tumblr und Twitter auch für Googles Videoplattform YouTube gelten. YouTube ermöglicht es einigen Rechteinhabern, über einen Direktzugang auf der Video-Website, unerlaubt hochgeladene Clips zu sperren.