Google Trends in Echtzeit Nach diesen Begriffen sucht die Welt

In welchen Ländern wird nach dem Grexit gegoogelt? Und warum suchen plötzlich alle nach Hartmut Engler? Google erweitert seinen Statistik-Service Trends und zeigt nun in Echtzeit an, was die Nutzer im Internet suchen.

Google-Logo: In 28 Ländern bietet der Onlinekonzern seine Echtzeit-Statistik an
REUTERS

Google-Logo: In 28 Ländern bietet der Onlinekonzern seine Echtzeit-Statistik an


Google hat sein Statistik-Tool Trends transparenter gemacht und veröffentlicht seit Mittwoch die angefragten Suchbegriffe nun auch in Echtzeit. Stefan Raab, Donald Trump und Frauen-WM: Die Ergebnisse verraten, wofür sich die Netznutzer derzeit interessieren.

Der Google-Entwickler Nimrod Tamir teilt in einem Blogbeitrag mit: "Nun können Sie minutengenau die Echtzeitdaten durchsuchen, die auf mehr als hundert Milliarden Suchanfragen basieren, die jeden Monat bei Google stattfinden." Die Statistik lässt sich filtern nach weltweit 28 Ländern und Kategorien wie Gesundheit, Sport und Unterhaltung.

Mit der Browser-Software lassen sich individuelle Diagramme erstellen und es lässt sich beispielsweise herausfinden, in welchen Ländern der Begriff "Grexit" während des G7-Gipfels am häufigsten gesucht wurde. Das Ergebnis: Während sich die Griechen selbstverständlich für das Schicksal ihres Landes interessieren, scheinen die Nutzer in Großbritannien kein großes Interesse an dem Thema zu haben:

Auch lassen sich zwei Suchbegriffe miteinander vergleichen. In diesem Beispiel zeigt sich, dass die Suche nach dem Mers-Virus im Juni stark zugenommen hat, während nach Ebola nur noch selten gegoogelt wird:

Wie viele Anfragen genau zu einem Thema bei Google auflaufen, verrät der Konzern leider nicht. Die Zahlen zeigen lediglich den Anteil einer Suchanfrage im Vergleich zu allen anderen Anfragen an. Dennoch lassen sich etwa die Google-Reaktionen auf ein Ereignis ziemlich genau zurückverfolgen.

So stieg die Suchanfrage laut Google Trends zu "Hartmut Engler" am Dienstagabend um 20.30 Uhr schlagartig an. Der Grund: Der Pur-Sänger war nach einem Auftritt bei der Vox-Sendung "Sing meinen Song" zu Tränen gerührt. Kurz darauf tippten offenbar viele Zuschauer den Namen des Sängers in die Suchmaske.

Für Journalisten und Wissenschaftler, deren Arbeit sich auf eine bestimmte Region beschränkt, bietet Google auch Ergebnisse an, die auf einzelne Bundesländer heruntergebrochen sind. Dabei beschränkt sich Google nicht nur auf die Websuche. Die Statistiken verraten auch, welche YouTube-Videos und welche Nachrichten in einem bestimmten Bundesland gegoogelt werden.

Die Suchergebnisse lassen sich zurückverfolgen bis ins Jahr 2004:

Der Nutzer kann die Zeiträume aber auch auf die vergangene Woche und den vergangenen Tag reduzieren. Wer den Zeitraum auf die vergangene Stunde begrenzt, kann die Verteilung der Suchanfragen auf die Minute genau zurückverfolgen.

jbr



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
quark@mailinator.com 18.06.2015
1.
Und vermutlich findet es auch niemand bedenklich, daß Google sowas weiß ... z.B. Mitarbeiter welcher großen Firma plötzlich nach "neuen Herausforderungen" suchen, so daß man paar Aktien "shorten" kann ... oder die Bevölkerung welchen Landes plötzlich Anzeichen für Revolution o.ä. zeigt ... was dann wieder NSA und CIA interessieren könnten ... Kurz: Die Websuche gehört so umgebaut, daß niemand sich einen solchen Überblick verschaffen kann - peer-to-peer ...
UlrichGrepel 18.06.2015
2.
auch wenn es für die Mitarbeiter übel ist: wirklich relevante Nachrichten dieser Art dürfen sie nicht vor der Allgemeinheit erfahren. Sonst würden die nämlich selber die Aktien des eigenen Unternehmens short verkaufen (so man das als Privatmann dürfte) - und dabei als Insider gelten. Also: erst die Presse (o.ä.) und dann die Belegschaft informieren, wenn man den Laden oder einen Teil desselben dicht machen möchte...
transsib_reisen 18.06.2015
3. danke, SPON!
wir zahlen vierstellige Betraege im Monat fuer Google Adwords, und das von Ihnen genannte Tool ist sehr zweckdienlich zur vor allem zeitlich genau gesteuerten Keywordauswahl.
dadram 18.06.2015
4.
Peer to peer? Ne sorry aber dafür mag ich meine 0,5 Sekunden Ergebnisse zu sehr. Die Welt ist einfach abhängig von Google. Wird eine interessante Entwicklung wie wir alle da wieder raus kommen.
klebmarke_ 18.06.2015
5. Ländervergleich
Interessant ist hier zu sehen, dass die Google-Trendliste in den USA eigentlich nur Einträge ausschliesslich für Sport (Football, Basketball, Golf) und Celebrities hat. Nebst ganz wenig 'domestic news' gibt es kein Interesse in Politik, zumindest nicht in den oberen Plätzen - und schon gar kein Interesse an internationalen Themen ausserhalb der USA. Bezeichnend.
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